Oops! It appears that you have disabled your Javascript. In order for you to see this page as it is meant to appear, we ask that you please re-enable your Javascript!

Droh- und Abwehrverhalten

Calumma amber, Weibchen, Montagne d'Ambre 2017
Drohgebärde Maul offen
Furcifer balteatus male

Chamäleons haben eine ganze Palette an interessantem Droh- und Abwehrverhalten, das sie zur Abwehr von Beutegreifern oder unliebsamen Artgenossen einsetzen können. Wir möchten hier die gängigsten Verhaltensweisen vorstellen und mit Bild- sowie Videomaterial erklären.

Aufblähen des Kehlsacks und Abflachen des Körpers

Das hat wohl jeder Chamäleonhalter schon einmal gesehen, und selbst die Kleinsten können es schon: Den Kehlsack aufblasen und damit das Zungenbein stark nach vorne schieben. Einige Arten wie Furcifer balteatus verfügen über einen zusätzlichen Luftsack im hinteren Bereich des Kehlsacks, den sie ebenfalls aufblasen können. Zusätzlich zum aufgeblähten Kehlsack flachen die meisten Chamäleons beim Drohen ihren Körper ab, so dass er nach unten und oben deutlich größer wirkt. Dazu wird der Schwanz eingekringelt. Die Breitseite des Körpers wird dem Aggressor (Mensch, anderes Chamäleon, anderes Tier) zugewendet. Das Chamäleon behält seinen Angreifer im Auge und wendet sich stets mit ihm. Das Chamäleon vergrößert mit diesem Verhalten optisch seine Körperfläche und wirkt wesentlich eindrucksvoller auf seinen Gegner.

Nutzt die vergrößerte Silhouette und beeindruckende Färbung nichts, reißt das Chamäleon sein Maul auf. Die meisten Tiere können dabei sogar ein dem Fauchen ähnliches Geräusch von sich geben. Einige Tiere schieben beim Drohen das Zungenbein nach vorne, wodurch die Zunge aus dem Maul zu ragen scheint.

 

Stressfärbung

Ein gestresstes Chamäleon zeigt eine andere Färbung als ein völlig ruhiges, ungestörtes Tier. Männchen, die Weibchen beeindrucken wollen, machen sich groß und zeigen ihre schönsten Farben. Die Kontraste des Musters werden größer. Ähnliches zeigen Männchen, die auf andere Männchen treffen und ihnen imponieren wollen. Derweil wird das unterlegene Tier immer dunkler, bis es nahezu schwarz ist. Weibchen werden ebenfalls bei Erregung meist dunkler. Hier trifft das Sprichwort des „schwarz Ärgerns“ wortwörtlich zu.

 

Abspreizen der Occipitallappen

Einige Chamäleonarten wie beispielsweise Calumma malthe oder Calumma brevicorne haben Occipitallappen am Kopf, die sie bei Erregung nach vorne aufrichten können. Dadurch wirkt der Kopf dieser Tiere deutlich größer.

 

 Arm anwinkeln, Wippen und Schnappen

Der letzte Ausweg für ein gestresstes Chamäleon ist es, den Oberkörper aufzurichten, die Arme dabei „gebetsartig“ anzuwinkeln und mit dem ganzen Körper vor- und zurück zu wippen. Dieses Wippen endet dann in einzelnen stoßartigen Bissen in Richtung des Kontrahenten.

Vibration und Totstellreflex

Erdchamäleons und einige wenige größere Chamäleons verfügen über die Fähigkeit, zu vibrieren, um Beutegreifer zu irritieren. Die Vibration ist unsichtbar und nur zu fühlen, wenn man das Chamäleon zwischen den Fingern hält. Erdchamäleons der Gattung Brookesia können sich außerdem bei Bedrohung totstellen: Sie winkeln Arme und Beine fest an den Körper und lassen sich einfach fallen, egal wo sie sich befinden. Das angreifende Tier hält sie daraufhin entweder für ein Laubblatt oder für tot und lässt das Erdchamäleon im besten Fall in Ruhe. Die meisten Erdchamäleons beobachten vorsichtig mit den Augen ihre Umgebung, während sie sich „tot stellen“, und laufen normal weiter, sobald sie die Bedrohung für gebannt halten.

Digiprove sealCopyright secured by Digiprove