Einrichtung des Terrariums

Große Parsons Terrarien

Bevor ein Terrarium von seinem neuen Bewohner bezogen werden kann, benötigt es eine passende Einrichtung. Neben Rückwand, lebenden Pflanzen und lebendem Bodengrund braucht ein Chamäleonterrarium vor allem Äste.

Schnittfrische Äste erhält man auf freundliches Nachfragen in Schrebergärten oder gleich im eigenen Garten, tote oder bei Stürmen abgebrochene Äste kann man im Wald sammeln. Das Risiko einer Infektion mit Parasiten ist in Deutschland für Chamäleons zu vernachlässigen, entsprechend können die Äste direkt benutzt werden („Abbacken“ oder ähnliche Maßnahmen sind nicht notwendig).

Eine Kartusche Aquariensilikon

Eine Kartusche Aquariensilikon

Regelrechte Stämme sind genau wie Korkröhren für Chamäleons unnütz. Gut geeignet sind Äste, die das Chamäleon vollständig mit seinen Händen und Füßen umgreifen kann. Nadelgehölze sollten wegen ihres Harzes vermieden werden. Stattdessen sind Äste von Obstbäumen, Haselnuss, Weiden oder anderen Laubbäumen geeignet. Sie werden bunt verteilt im Terrarium angebracht und mit Aquarien- oder Lebensmittelsilikon befestigt. Alternativ kann man Äste an Belüftungsflächen oder in Außengehegen mit Bast befestigen oder größere Äste zwischen Terrarienwänden verkanten. Statt Zweigen oder als zusätzliche Klettermöglichkeit kann man auch Lianen aus dem Zoohandel verwenden.

Ein dicht bepflanztes Terrarium bietet seinem Bewohner genügend Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten. Chamäleons, die „auf dem Präsentierteller“ sitzen, leben meist nicht solange, wie sie bei guter Haltung könnten. Zur ersten Einrichtung des Terrariums bieten sich ein oder zwei größere Bäumchen an – eine größere Auswahl findet sich im Artikel Pflanzen. Das obere Drittel des Beckens kann etwas lichter sein, sollte aber trotzdem mit rankenden Kletterpflanzen wie Efeutute oder Passionsblume versehen werden. Grundsätzlich gilt: Je länger man das Chamäleon in seinem Terrarium suchen muss, desto besser ist es bepflanzt.

Nicht ins Chamäleonterrarium gehören Wasserschalen, Nebler, Brunnen oder Wasserfälle, da sie mehr schaden als nutzen. Auch Holzleitern, Vogelstangen, große Steine oder Plastikhöhlen aus dem Zoohandel sind ungeeignet für Chamäleonterrarien. Auf Hanf- oder Kokosfaser-Seile sowie –matten sollte ebenfalls verzichtet werden. Schießt ein Chamäleon versehentlich Fasern davon oder reibt ein Auge daran, so stellen die Fasern eine Verletzungsgefahr dar.

Zur Wasserversorgung eines Chamäleons bieten sich Tropftränken an, wobei die Behälter sich außerhalb des Terrariums befinden sollten – sie benötigen innerhalb des Beckens nur unnötig Platz, den das Chamäleon nicht nutzen kann. Wer nicht täglich per Hand Wasser versprühen möchte, kann eine automatische Regenanlage einbauen.

 

Beispiele für eingerichtete Terrarien

Links ein Terrarium aus Aluminiumprofilen und Forex mit vollständiger Gazetür und Gazedeckel. Die Rückwand wurde mit Zierkork abgedeckt. Das Terrarium ist ordentlich bewachsen, das obere Drittel etwas heller gehalten. Am Boden wachsen diverse Korbmaranthen und Bergpalmen, rechts rankt eine Passionsblume nach oben. Hinten rechts ist eine Grünlilie an der Wand angebracht, links mittig an der Wand ist ein Nestfarn und mittig ein weiterer Farn. Ganz rechts oben und an der Rückwand oben sind jeweils Efeututen, die durch das Becken ranken. Dazu sind drei Lousiana-Moose an Ästen befestigt. Die Äste sind von Apfelbäumen.

Das rechte Terrarium ist ein sehr hohes, großes Becken mit Waldboden und sehr vielen Ästen eines alten Obstbaums. Die Rückwände sind von einer Matte aus Weidenästen bedeckt, die beklettert werden können.  Der untere Bereich wird von einer Kentia-Palme und einem Ficus benjamini gedeckt, im oberen Bereich wächst eine Passionsblume. Links ist ein Pflanztopf mit einer Efeutute angebracht. Die beiden Kletterpflanzen sollte noch etwas wuchern, damit das Terrarium besser begrünt ist.

Das linke Terrarium zeigt ein gut eingerichtetes Terrarium für kleinere Chamäleon-Arten. Es verfügt über viele Äste, das obere Drittel ist etwas lichter, die Rückwand besteht aus Zierkork und der Boden aus Walderde. Die Seiten sowie Tür und Deckel sind aus Gaze. Bepflanzt ist das Becken mit verschiedenen Asplenium-Arten und Rademachera.

Das rechte Terrarium sieht zwar nett aus, ist aber für die Chamäleonhaltung ungeeignet: Rechts ist eine Plastikpflanze vorhanden, vorne links eine Wasserschale – beides gehört nicht in Chamäleonterrarien. Dazu ist der Bodengrund für Chamäleons ungeeignet, es handelt sich hier um Rindenmulch. Ein weiterer Problempunkt ist die wenig dichte Bepflanzung und die dicken Korkröhren statt vieler, dünner Äste. Mit den Korkröhren können Chamäleons nichts anfangen, sie verschwenden lediglich wertvollen Platz.

Digiprove sealCopyright secured by Digiprove