{"id":1016,"date":"2014-09-07T22:11:41","date_gmt":"2014-09-07T20:11:41","guid":{"rendered":"http:\/\/madcham.com\/wordpress\/?p=1016"},"modified":"2020-09-27T15:15:56","modified_gmt":"2020-09-27T13:15:56","slug":"futtertiere-selbst-fangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.madcham.de\/de\/futtertiere-selbst-fangen\/","title":{"rendered":"Futtertiere selbst fangen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Sommer bieten Wiesen einen reich gedeckten Tisch f\u00fcr Cham\u00e4leons &#8211; man muss sie nur ernten. Viele Halter kennen selbst gefangene Futterinsekten unter dem Begriff \u201eWiesenplankton\u201c. Die <a href=\"https:\/\/www.madcham.de\/de\/chamaeleonfutter\/\">Futtertiere<\/a> von drau\u00dfen m\u00fcssen nicht weiter angef\u00fcttert werden und bieten eine gro\u00dfe Abwechslung. Immer wieder kursiert die Aussage, mit dem Verf\u00fcttern frei lebender Insekten k\u00f6nne sich das Cham\u00e4leon leicht <a href=\"https:\/\/www.madcham.de\/de\/parasiten\/\">Parasiten<\/a> holen. F\u00fcr Deutschland gilt dies jedoch nicht. Die hierzulande bei frei lebenden Reptilien vorkommenden Parasiten k\u00f6nnen entweder auf Grund ihres niedrigen Vorkommens oder der niedrigen Infekti\u00f6sit\u00e4t f\u00fcr Cham\u00e4leons vernachl\u00e4ssigt werden. Hierzulande schleppt in den meisten F\u00e4llen der Halter selbst Parasiten ein, sei es \u00fcber Gegenst\u00e4nde, Neuzg\u00e4nge ohne Quarant\u00e4ne oder die eigenen H\u00e4nde.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Wann fangen?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Winter gibt es in Deutschland nichts zu fangen, die Saison beginnt etwa Mitte April und endet Anfang Herbst im August. Besonders gut lassen sich Heuschrecken und Konsorten morgens (wenn es noch k\u00fchl ist) und abends fangen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Wo fangen?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am besten geeignet sind ungem\u00e4hte Wiesen, die m\u00f6glichst nicht an vielbefahrenen Stra\u00dfen oder direkt neben einem Industriegebiet liegen. Hat man nicht sehr gute Kenntnisse \u00fcber Insekten, sollte man von besonderen Habitaten wie Mooren oder Feuchtwiesen lieber die Finger lassen. Genauso sind Naturschutzgebiete zu meiden.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Was fangen?<\/h4>\n<div id=\"attachment_6473\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.madcham.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wiesenplankton-Ausbeute-im-August.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6473\" class=\"size-medium wp-image-6473\" src=\"https:\/\/www.madcham.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wiesenplankton-Ausbeute-im-August-300x285.jpg\" alt=\"Futtertiere\" width=\"300\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/www.madcham.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wiesenplankton-Ausbeute-im-August-300x285.jpg 300w, https:\/\/www.madcham.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wiesenplankton-Ausbeute-im-August-768x730.jpg 768w, https:\/\/www.madcham.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wiesenplankton-Ausbeute-im-August-811x771.jpg 811w, https:\/\/www.madcham.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wiesenplankton-Ausbeute-im-August-420x399.jpg 420w, https:\/\/www.madcham.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wiesenplankton-Ausbeute-im-August-81x77.jpg 81w, https:\/\/www.madcham.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wiesenplankton-Ausbeute-im-August.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6473\" class=\"wp-caption-text\">Kleine Ausbeute an selbst gefangenen Futtertieren im August<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Frage kommt grunds\u00e4tzlich alles, was man fangen kann. Gesch\u00fctze Arten sollten nicht verf\u00fcttert, sondern direkt am Ort des Einfangens wieder ausgesetzt werden. Stechende oder giftige Insekten sollten ebenfalls nicht unbedingt auf dem Speiseplan stehen, wobei Cham\u00e4leons v.a. Wespen und Bienen in der Regel ohne gestochen zu werden vertilgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) sowie die EU-Artenschutz-Verordnung listen etliche Insekten und Spinnentiere als gesch\u00fctzt. Besonders gesch\u00fctzt nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind in Deutschland unter anderem Libellen, Bockk\u00e4fer (z.B. der Zimmermannsbock, kleiner Eichenbock, Wespenbock), Prachtk\u00e4fer, einige Schmetterlinge (z.B. Schw\u00e4rmer, Schwalbenschwanz), Wildbienen, Laufk\u00e4fer, bestimmte Ameisen, Hummeln, Wespen und Hornissen. Diverse gesch\u00fctzte Heuschrecken sind die gro\u00dfe H\u00f6ckerschrecke (<em>Arcyptera fusca<\/em>, nur auf der schw\u00e4bischen Alb), die gr\u00fcne Strandschrecke (<em>Aiolopus thalassinus<\/em>, nur im Oberrheintal), die gro\u00dfe S\u00e4geschrecke (<em>Saga pedo<\/em>) oder diverse \u00d6dlandschrecken. Bei den Spinnen sind z.B. die Kreuzspinne gesch\u00fctzt. Besonders gesch\u00fctzte Arten zu fangen ist nach \u00a7 44 BNatSchG verboten.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Fangmethoden<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit etwas \u00dcbung und einem Beh\u00e4lter zum Aufbewahren kann man Insekten auf der Wiese gut per Hand einfangen. Einige Insekten wie z.B. Blattl\u00e4use lassen sich f\u00fcr kleine Cham\u00e4leonarten von Mai bis August auch an Wildrosen oder Brennnesseln absammeln, einige Spinnentiere (z.B. Zitterspinnen) findet man ganzj\u00e4hrig im Haus. Mit einem Kescher lassen sich Insekten etwas bequemer fangen. Man streift damit einfach wie beim M\u00e4hen mit der Sense schnell durch die Wiese. Wer die Insekten aus dem Netz ungern per Hand sortieren m\u00f6chte, kann sich an das untere Ende des Netzes auch eine Plastikflasche anbauen. So gelangen die gefangenen Insekten direkt in den Auffangbeh\u00e4lter. Geeignete Kescher mit einem tiefen Netz\/Beutel und langem Stiel erh\u00e4lt man im Entomologie- oder Aquaristikbedarf. Die gekescherten Insekten kann man mittels Umst\u00fclpen des Beutels einfach in ein mitgebrachtes Beh\u00e4ltnis geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders nachtaktive Insekten, z.B. verschiedene Falter, lassen sich leicht mit einem wei\u00dfen Tuch oder einer wei\u00dfen Decke, die man abends aufspannt und mit <a href=\"https:\/\/www.madcham.de\/de\/terrarienbeleuchtung\/\">Licht<\/a> bestrahlt, anlocken. Sie k\u00f6nnen dann per Hand abgesammelt werden. Etwas ungew\u00f6hnlichere Fangmethoden sind spezielle Bodenfallen &#8211; grunds\u00e4tzlich ist alles erlaubt, solange man die o.g. Bestimmungen einh\u00e4lt und keine f\u00fcr die Cham\u00e4leons giftigen Substanzen einsetzt.<\/p>\n<p>N\u00fctzliche Links zum Thema:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ehlert-partner.de\/Kescher.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ehlert &amp; Partner: Kescher und Fangnetze f\u00fcr Insekten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.wisia.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wisia: Mit dem Artnamen nach dem Schutzstatus suchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/offene-naturfuehrer.de\/web\/%C3%9Cbersicht_Insekten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Forum zur Insektenbestimmung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lepiforum.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Forum zur Schmetterlings- und Raupenbestimmung , Bestimmung nach Fotos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.schmetterling-raupe.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Portal f\u00fcr Schmetterlinge und Raupen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.leps.it\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Moths and butterflies of Europe<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Sommer bieten Wiesen einen reich gedeckten Tisch f\u00fcr Cham\u00e4leons &#8211; man muss sie nur ernten. 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Besonders gut lassen sich Heuschrecken und Konsorten morgens (wenn es noch k\u00fchl ist) und abends fangen. Wo fangen? Am besten geeignet sind ungem\u00e4hte Wiesen, die m\u00f6glichst nicht an vielbefahrenen Stra\u00dfen oder direkt neben einem Industriegebiet liegen. Hat man nicht sehr gute Kenntnisse \u00fcber Insekten, sollte man von besonderen Habitaten wie Mooren oder Feuchtwiesen lieber die Finger lassen. Genauso sind Naturschutzgebiete zu meiden. Was fangen? 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