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Erstbeschreibung:
Vences, Rothe, Glaw, Scherz, Gehring, Hawlitschek, Kuhn, Multzsch, Petzold, Preick, Rakotoarimalala, Raselimanana, Ratsoavina, Ruane, Vieites, Hofreiter & Dufresnes, 2026
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Herkunft des Artnamens:
Der deutsche Herpetologe Miguel Vences benannte das Chamäleon zu Ehren der südafrikanischen Herpetologin Krystal Tolley. Krystal Tolley arbeitet als Professorin an der Universität von Johannesburg (Südafrika). Sie beschäftigt sich seit Jahren mit Systematik/Taxonomie sowie Evolutionsbiologie von Chamäleons, Schlangen und anderen Reptilien Südafrikas. Sie war bereits an etlichen Neubeschreibungen von Chamäleonarten beteiligt. Aktuell leitet sie außerdem die IUCN SSC Chameleon Specialist Group.
Verbreitung:
Es sind bisher mehrere Population von Calumma krystalae bekannt, die alle ausschließlich in dichtem, noch weitestgehend intaktem Regenwald im Norden Madagaskars vorkommen. Die nördlichste Population kommt im Sorata Massif vor, eine weitere im Tsaratanana-Massif. Etwas südlich des Tsaratanana-Massifs, in Andrevorevo, wurden ebenfalls schon Tiere der Art entdeckt. Eine vierte Population von Calumma krystalae kommt im Nationalpark Marojejy im Nordosten Madagaskars vor. Dort haben wir diese Chamäleons selbst schon mehrfach zwischen Camp Marojejya und Camp Simpona gefunden. Und zuletzt gibt es Calumma krystalae in den Regenwäldern um die Seen von Bemanevika und dem wenige Kilometer weiter südöstlich gelegenen Ampotsidy. Alle diese Waldgebiete haben gemeinsam, dass sie relativ abgelegen sind und kaum von Reisenden besucht werden. Calumma krystalae kommt dabei nur auf Höhen von 1280 bis 1638 m vor. In niedriger gelegenenem Regenwald sind diese Chamäleons nicht zu finden.
Aussehen und Größe:
Calumma krystalae ist ein mittelgroßes Chamäleon mit einer Gesamtlänge von rund 20 bis 30 cm. Die Männchen von Calumma krystalae tragen einen Nasenfortsatz, die Weibchen nicht. Beide Geschlechter tragen große Occipitallappen, die am Hinterkopf lediglich durch eine kleine Kerbe voneinander getrennt sind. Auf den Occipitallappen befinden sich stets über 160 Schuppen, meist sind es sogar über 200. Der Kehlkamm ist nur gering ausgeprägt mit eher kleinen Kegelschuppen. Männchen tragen einen Rückenkamm aus Kegelschuppen, der bei den Weibchen etwas kleiner ausfällt.
Farblich zeigen die Männchen von Calumma krystalae sich in hellem Grün mit gelben oder beigen Akzenten im Rückenbereich. Die Augenlider und Occipitallappen der Männchen sind bei Erregung oft leuchtend hellblau. Die Weibchen tragen weniger auffällige Farben. Sie sind meist braun marmoriert mit kleinen grünen Akzenten. Auch Augenlider und Occipitallappen sind bei den Weibchen von Calumma krystalae häufig grün gefärbt. Die folgenden Fotos zeigen Fotos von verschiedenen Jungtieren on Calumma krystalae aus Marojejy, die sich allesamt extrem stark ähneln. Die knallige gelb-grüne Färbung scheint dort sehr typisch für Jungtiere der Art zu sein.
Die nächst verwandte, sogenannte Schwesternart von Calumma krystalae ist Calumma malthe. Die beiden Arten lassen sich optisch jedoch recht gut voneinander unterscheiden. Calumma malthe hat einen noch weniger ausgeprägten Kehlkamm mit nur einzelnen vergrößerten Kegelschuppen, einen anders aussehenden Rückenkamm und eine andere Anzahl an Schuppen auf den Occipitallappen.
| Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
| Durchschnittl. Temperatur | 26 | 26 | 26 | 25 | 25 | 23 | 23 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| Minimale Temperatur | 24 | 24 | 23 | 23 | 22 | 21 | 20 | 19 | 20 | 21 | 22 | 24 |
| Maximale Temperatur | 30 | 29 | 29 | 29 | 28 | 27 | 25 | 25 | 25 | 27 | 28 | 30 |
| Regentage | 28 | 23 | 27 | 22 | 24 | 21 | 20 | 18 | 23 | 22 | 16 | 25 |
Die angegebenen Daten wurden von uns innerhalb mehrerer Jahre mit Thermo- und Hygrometern direkt an den Fundorten der Tiere gemessen und zusammengetragen. "Durchschnittliche Temperatur" bedeutet, dass die Werte eines gesamten Monats zu einem Durchschnittswert berechnet wurden, z.B. wurden alle gemessenen Minimalwerte eines Monats zu einem durchschnittlichen Minimalwert für Februar berechnet. Das bedeutet im Klartext, dass einzelne Spitzenwerte eines Tages deutlich höher oder niedriger als die durchschnittlichen Minimal- und Maximalwerte liegen können. Es ist also möglich, dass zwar das durchschnittliche Maximum bei 29 Grad liegt, es aber an einigen Tagen des Monats 33°C oder gar 35°C warm war.
Marojejy besteht vorwiegend aus einem Regenwald, der sich über das gleichnamige heilige Gebirge auf Höhen von 200 bis maximal 2100 m über Meeresniveau erstreckt. In den höchsten Gebieten ist das Klima kühl und die Vegetation karg, die meisten Chamäleons leben jedoch im wärmeren Regenwald darunter. Marojejy verfügt über verschiedene Höhenstufen, auf der jeweils eigene Arten in einem eigenen Klima leben. In der niedrigsten Höhenstufe ist es sehr warm und feucht, in den mittleren und höhen Lagen wird es etwas kühler, aber nicht weniger feucht.
In Marojejy gibt es nur wenig Unterschied zwischen Regen- und Trockenzeit. Die Luftfeuchtigkeit ist stetig sehr, sehr hoch. In der Regenzeit sind die Niederschläge ergiebiger, halten oft Tage an und gehen ab und zu mit schweren Stürmen einher. In der Trockenzeit liegen die Temperaturen etwas niedriger, richtig kalt wird es jedoch nie und es regnet immernoch fast täglich. Und trocken wird es in der Trockenzeit in Marojejy auch nicht. 2022 haben wir die relative Luftfeuchtigkeit an verschiedenen Tagen in der Regenzeit gemessen, die Daten finden sich im Folgenden.
Die UVB-Daten wurden mit einem Solarmeter 6.5 in der Regenzeit, Ende März und Mitte April, zur höchsten Aktivitätszeit der Chamäleons gemessen. Gemessen wurden jeweils maximal für das Chamäleon zu erreichende Werte im Habitat.

Seit 2022 messen wir zusätzlich zu anderen Klimadaten auch den Luftdruck an den von uns besuchten Orten auf Madagaskar. Die folgenden Daten stammen von verschiedenen Tagen während der Regenzeit. Auf der X-Achse befindet sich die Tages- oder Nachtzeit. Auf Madagaskar beginnt der Tag gegen 6 Uhr, die Nacht bricht bereits um 18 Uhr an. Die Y-Achse zeigt den atmosphärischen Luftdruck in hPa an.
Habitat:
Die folgenden Fotos zeigen Ausschnitte aus dem Habitat von Calumma krystale zur Regenzeit in Marojejy. Der Regenwald von Marojejy liegt in einem Gebirge, das fast nur aus Schluchten und steilen Hängen besteht. Auf der Höhe, auf der Calumme krystalae vorkommt, ist der Wald von vielen kleinen Bächen durchzogen. Viele uralte Baumriesen sind von unendlich viel Moos und Farnen überzogen. Das Unterholz ist sehr dicht und viele alte Bäume ragen weit in den Himmel. Der Boden ist erdig und von unzähligen Felsen durchzogen.
Im Folgenden findest du 360°-Bilder von Marojejy, die wir in der Regenzeit aufgenommen haben. Wenn man auf die jeweilige Aufnahme klickt, öffnen sich die Bilder in vergrößerter Ansicht in einem eigenen Fenster. Mit der Maus kann man sich darin in alle Richtungen drehen. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Bilder im Vollbildmodus auszuführen. Viel Spaß beim Anschauen!


























