Was kostet ein Chamäleon?

Furcifer lateralis in Ambalavo
Furcifer pardalis aus Vohimana 2018
Furcifer pardalis in Ambanja 2018
Brookesia superciliaris in Mitsinjo 2018
Calumma parsonii parsonii yellow giant aus Vohimana, 2016

Die Haltung und Zucht von Chamäleons ist im Vergleich mit anderen Haustieren verhältnismäßig kostenintensiv. Jedes Chamäleon muss in einem eigenen Terrarium gepflegt werden, was enorm Platz verschlingt, aber auch mehr Aufwand bedeutet. Allein die Stromkosten können bei Züchtern teils astronomische Höhen erreichen. Dies könnte sich im Preis der Tiere niederschlagen – bei den meisten Liebhabern decken die Verkaufskosten jedoch nicht einmal die laufenden Kosten der Nachzuchten. Dieser Artikel soll aber nicht nur den Kaufpreis eines Chamäleons beleuchten, sondern auch, was danach noch an Kosten auf den Halter zukommt.

Kaufpreise von Chamäleons

Grundsätzlich gilt bei Chamäleons genau wie bei anderen Tieren, dass Angebot und Nachfrage die Preise bestimmen. Konnte man vor Jahren Parsons Chamäleon »“>Parsons Chamäleon nur im mittleren vierstelligen Bereich erwerben, sind die Preise heute wegen zunehmender Nachzuchten schon im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich angekommen. Pantherchamäleons liegen seit Jahren relativ stabil bei 100 bis 200 € – bei neu importierten Tieren oder selteneren Lokalformen kann der Preis höher sein. Erdchamäleons bekommt man mangels Beliebtheit (oft als „kleine braune Viehcher“ abegtan) und auf Grund ihrer Kurzlebigkeit häufig günstiger, dafür sind sie anspruchsvoller in der Haltung. Teppichchamäleons rangieren seit Jahren zwischen 120 und 150 €. Die genannten Durchschnittspreise gelten für Jungtiere. Ausgewachsene Tiere, die bereits erfolgreich für Nachzuchten gesorgt haben, sind entsprechend teurer in der Anschaffung.

Bei scheinbar unverhältnismäßig hohen oder extrem günstigen Preisen sollte man immer stutzig werden: Verkauft hier eventuell gerade jemand eine besonders begehrte, vermeintlich seltene Lokalform eines Pantherchamäleons nur so teuer wie möglich oder hat gar jemand bei den Aufzuchtkosten stark gespart?

Wir vertreten grundsätzlich die Ansicht: Möchte man ein bestimmtes Tier kaufen, sollte der Preis eine untergeordnete Rolle spielen. Bei Chamäleons lohnt es sich nicht, um zehn Euro zu handeln oder Rabatte bei Abnahme mehrerer Tiere auszuhandeln: Sie werden später genügend Kosten verursachen, so dass diese vermeintlichen Einsparungen keine Rolle mehr spielen werden.

Anschaffungskosten

Neben dem Kaufpreis des Tieres selbst gehört zu den Anschaffungskosten vor allem das Terrarium und seine Beleuchtung. Je nach Material, Größe und Beleuchtung können hier schnell einige hundert Euro zusammen kommen, nach oben ist aber keine Grenze gesetzt. Wer es besonders groß und schön möchte, ist im vierstelligen Bereich dabei. Was beispielsweise ein selbst gebautes Terrarium (ohne Beleuchtung) aus Aluminiumprofilien, Forexplatten, Alugaze und Glas kostet, haben wir hier zusammen gestellt.

Dazu kommen technische Ausrüstung wie Zeitschaltuhren, Beregnungsanlagen oder Sprühflaschen sowie Boxen für Futtertiere.

Die Äste und der Bodengrund für Chamäleonterrarien kann meist kostenlos aus Garten und nahe gelegenen Laubwäldern bezogen werden. Die Pflanzen jedoch muss man in der Regel kaufen. In Gärtnereien ist das übrigens meist billiger als im Baumarkt.

Laufende Haltungskosten

Gerade bei Chamäleons sollte man sich vor der Anschaffung unbedingt Gedanken über die laufenden Kosten der Haltung machen. Wie bei den meisten Haustieren übersteigen diese die Anschaffungskosten über die Jahre bei Weitem.

  • Strom: Etwas, das gerne vergessen wird, aber in der Regel bei der Haltung vieler Chamäleons die höchsten Kosten verursacht. Wer über ein Jahr viele neue Terrarien anschafft, aber die monatliche Vorauszahlung für die Stromrechnung nicht anpasst, kann am Jahresende eine böse Überraschung erleben. Ganz grob über den Daumen gepeilt sollte man mit etwa einem Euro pro Watt Beleuchtung über den Terrarien pro Jahr rechnen.
  • Ersatz für Terrarienausstattung: Wer nicht einen besonders grünen Daumen hat, der muss über die Monate immer mal wieder einzelne Pflanzen ersetzen. Auch Lampen gehen irgendwann mal kaputt, im besten Fall hat man dann bereits einen Ersatz für diesen Fall an der Hand.
  • Tierarztkosten: Kaum ein Chamäleon bleibt lebenslang gesund. Entsprechend muss man wie bei anderen Haustieren mit Kosten bei Erkrankungen rechnen. Ein gewisses finanzielles Polster sollte daher z.B. für eine Legenot-Operation oder Röntgenbilder und Blutuntersuchungen immer vorhanden sein. Notoperationen oder Klinikaufenthalte können durch die intensive Versorgung beim Spezialisten schnell einige Hundert Euro kosten. Dazu kommen regelmäßige Kotuntersuchungen, die auch bei einem gesunden Chamäleon empfehlenswert sind. Letztere kosten bei einer Flotation und Nativpräparat-Untersuchung im Durchschnitt etwa 30 € pro Kotprobe.
  • Futter & Supplemente: Wer Futtertiere selbst züchtet, kann hier günstig davon kommen. Die meisten Halter beziehen jedoch Futtertiere aus dem Großhandel, die natürlich bezahlt werden müssen. Preise plus Versand finden sich auf den gängigen Websites. Supplemente wie Vitaminpräparate und Kalzium kauft man in der Regel nur alle paar Monate nach.

Wie man sieht, ist die Frage des Artikels gar nicht so einfach zu beantworten. Was man aber sicher erkennt: Chamäleons sind absolut keine kostengünstigen Tiere, so wie die Terraristik einfach kein billiges Hobby ist. Wer also schon bei den Anschaffungskosten schluckt, sollte sich die Sache mit den Chamäleons lieber noch einmal gut überlegen.

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