Fressfeinde von Chamäleons

Das Wissen um Fressfeinde madagassischer Chamäleons entstammt mehrheitlich anekdotischen Berichten und bisher weniger systematischer Untersuchung. Auch wir beobachten immer mal wieder, wie Chamäleons in der Wildnis Madagaskars Opfer anderer Tiere werden. Jenkins, Rabearivony und Rakotomanana haben 2009 die bisher einzige Übersicht zum Thema publiziert1Jenkins Richard K.B., Rabearivony Jeanneney, Rakotomanana Hajanirina (2009): Predation on chameleons in Madagascar: a review. African Journal of Herpetology 58(2): 131-136. Download Wir haben diesen Artikel zusammengestellt, um das aktuelle Wissen um Fressfeinde madagassischer Chamäleons abzubilden. Man kann aktuell davon ausgehen, dass auf Madagaskar vor allem Vögel und Schlangen Chamäleons fressen.

Vögel

Vögel sind die Fressfeinde madagassischer Chamäleons. Erst mit weitem Abstand sind andere Prädatoren zahlenmäßig vertreten. Zahllose Beobachtungen berichten von verschiedensten Vogelarten, die Chamäleons gelegentlich oder sogar regelmäßig fressen.

Tagaktive Greifvögel

Zeichnung eines Eutriorchis astur (Geckoweih).

Zeichnung eines Eutriorchis astur – Fotos gibt es nur wenige

Bei den Vögeln sind zwei Greifvögel besonders hervorzuheben: Der Geckoweih (Eutriorchis astur) und der Bindenfalke. Bei diesen beiden Arten scheinen Chamäleons einen sehr großen Anteil der Nahrung auszumachen. Beide jagen vor allem in Baumkronen, was Chamäleons als Baumbewohner zur geeigneten Nahrung prädestiniert. Beim Geckoweih wurde während einer Brut in der Regenzeit beobachtet, dass knapp 50% der Beute aus Chamäleons bestand2Thorstrom Russel, René de Roland Lily-Arison (2000): First nest description, breeding behaviour and distribution of the Madagascar Serpent-Eagle Eutriorchis astur. Ibis 142: 217-224. Download. Geckoweihe sitzen meist auf einem erhöhten Ast und beobachten von dort aus die Umgebung. Entdecken sie eine lohnenswerte Beute, fliegen sie darauf zu und ergreifen das Beutetier mit den kräftigen Krallen. Chamäleons werden dabei meist durchbohrt und dadurch getötet. Mit der Beute fliegen die Geckoweihe wieder zurück zu ihrem Aussichtspunkt, um sie dort Stück für Stück zu verspeisen. Ins Nest zu den Küken werden vor allem schon geköpfte Reptilien gebracht. Der Geckoweih lebt übrigens sehr versteckt und nur an wenigen Orten Madagaskars kann an ihn überhaupt beobachten. Da seine Population zusehends schrumpft, gilt dieser Raubvogel inzwischen als stark gefährdet.

Der Bindenfalke (Falco zoniventris) wurde in manchen Gegenden Madagaskars schon für einen reinen Chamäleonjäger gehalten. Im Regenwald von Masoala machen Chamäleons tatsächlich bis zu 50% der Nahrung des Bindenfalken aus.3René de Roland, L.-A., Rabearivony, J.R., Razafimanajato,R. H.R., Obenarimangason, H.R., Thorstrom, R. (2005): Breeding biology and diet of the banded kestrel Falco zoniventris on Masoala peninsula. Ostrich 76: 32-36. Download Ob in Ifaty im Südwesten Madagaskars oder Marojejy im Nordosten der Insel, überall wurde schon beobachtet, dass Bindenfalken Chamäleons verzehren.4Moger, C. (2004): Birdwatching trip report. Available on http://www.birdtours.co.uk/tripreports/madagascar/mad7/mad-oct-04.htm 5Colebrook-Robjent, J.F.R. (1973): The breeding oft he Madagascar banded kestrel. Bulletin of the British Ornithology club 93: 108-111. Und bereits Untersuchungen von Mageninhalten vor fast 90 Jahren berichteten von Chamäleons als Beute des Bindenfalken im Nordosten Madagaskars.6Rand, A.L. (1936): The distribution and habits of the Madagascar birds. A summary of the field notes of the Mission Zoologique Franco-Anglo-Américaine à Madagascar. Bulletin of the American Museum of Natural History 72: 143-499. Download Beobachtungen aus anderen Gegenden Madagaskars legen jedoch nahe, dass Chamäleons nur Teil einer sehr großen Bandbreite möglicher Beutetiere des Bindenfalkens sind.7Thorstrom, R. (1999): A description of the nests, diet and behaviour of the banded kestrel. Ostrich 70: 149-151. Download Es scheint, als könne dieser Raubvogel sich je nach Verfügbarkeit mehr von Insekten, mehr von Chamäleons, Geckos oder mehr von kleinen Vögeln ernähren. Für einen reinen Chamäleonfresser hält man den Bindenfalken deshalb heute nicht mehr. Der Bindenfalke gilt wegen seines riesigen Verbreitungsgebietes nicht als gefährdet. Man sieht ihn regelmäßig auf Madagaskar.

Vom Echsenhabicht (Tachyspiza francesii) vermutet man stark, dass Chamäleons zur potenziellen Beute gehört. Studien haben bisher ergeben, dass bis zu 42% seiner Beute aus Reptilien besteht. Leider wurden diese nicht weiter identifiziert – es könnten sich gut Chamäleons darunter befunden haben. Es wurde bisher nur einmal ein Chamäleon in einem Magen eines Echsenhabichts nachgewiesen, wobei in der gleichen Studie alle anderen untersuchten Echsenhabichte keine Chamäleons gefressen hatten.8Rand, A.L. (1936): The distribution and habits of the Madagascar birds. A summary of the field notes of the Mission Zoologique Franco-Anglo-Américaine à Madagascar. Bulletin of the American Museum of Natural History 72: 143-499. Download

Der Lemurenweih (Aviceda madagascariensis) wird ebenfalls für einen Chamäleonfresser gehalten. Diese Annahme stammt aus Untersuchungen des Mageninhalts, die in fast drei Viertel der untersuchten Vögel Chamäleons entdeckten.9Rand, A.L. (1936): The distribution and habits of the Madagascar birds. A summary of the field notes of the Mission Zoologique Franco-Anglo-Américaine à Madagascar. Bulletin of the American Museum of Natural History 72: 143-499. Download Aktuelle Studien konnten dies über Beobachtungen bisher nicht weiter bestätigen. Es ist daher noch unklar, ob es sich um einen Zufallsfund handelt oder der Lemurenweih wirklich einen Großteil seiner Beute unter Chamäleons macht.

Der Madagaskar-Bussard (Buteo brachypterus) ist auf Madagaskar in nahezu allen Lebensräumen verbreitet. Im Regenwald von Analalava nahe Mahavelona an der Ostküste wurde ein Madagaskar-Bussard dabei beobachtet, wie er einem Chamäleon köpfte und den Kopf fraß. Den Körper des Chamäleons brachte der Raubvogel dann zu seinem Nest, um zwei Küken damit zu füttern.10Goodman, S.M., Pidgeon, M., Hawkins, A.F.A., Schulenberg, T.S. (1997): The birds of southeastern Madagascar. Fieldiana Zoology 87: 1-132. Download Weitere Madagaskar-Bussarde wurden in einer längeren Studie in Masoala beobachtet. Rund 11% der Beute waren dabei Chamäleons.11Berkelmann, J. (1997): Food habits of the Madagascar buzzard in the rainforest of the Masoala peninsula. The Condor 9: 833-835. Download Auf eine etwas höhere Quote kamen Anfang des 20. Jahrhunderts Wissenschaftler, die in Mägen toter Bussarde etwa zu 20% Chamäleons entdeckten.12Rand, A.L. (1936): The distribution and habits of the Madagascar birds. A summary of the field notes of the Mission Zoologique Franco-Anglo-Américaine à Madagascar. Bulletin of the American Museum of Natural History 72: 143-499. Download

Die Madagaskarweihe (Circus macrosceles) nutzt Chamäleons in Ambohitantely im nördlichen Hochland zu einem sehr kleinen Anteil als Futter.13René de Roland, L-A., Rabearivony, J.R., Randriamanga, I, Thorstrom, R. (2004): Nesting biology and diet of the Madagascar harrier (Circus macrosceles) in Ambohitantely Special Reserve, Madagascar. Journal of Raptor Research 38: 256-262. Download Ähnlich selten scheint die Höhlenweihe (Polyboroides radiatus) in Berenty im äußersten Südosten der Insel Chamäleons zu jagen. In einer Studie machten Furcifer major nur 0,1% der Beutetiere aus, die zum brütenden Partnertier ans Nest gebracht wurden.14Karpanty, S.M., Goodman, S.M. (1999): Diet of the Madagascar harrier-hawk Polyboroides radiatus in south-eastern Madagascar. Journal of Raptor Research 33: 313-316. Download

Nachaktive Greifvögel

Nachaktive Greifvögel, namentlich Eulen, scheinen nur selten mal ein Chamäleon zu erbeuten – vermutlich, weil Chamäleons nachts schlafen und bewegungslos schwieriger als Beute zu erkennen sind.

In Gewöllen der Schleiereule (Tyto alba) wurden bisher nur ein einziges Mal Überreste von Chamäleons gefunden – und das, obwohl sie teils in sehr chamäleonreichen Gegenden wie der Ostküste Madagaskars vorkommt. Es handelte sich bei dem genannten Einzelfund wahrscheinlich um ein junges Furcifer verrucosus oder ein Furcifer major, das in der Regenzeit in Beza-Mahafaly im Südwesten Madagaskars erbeutet worden war.15Goodman, S.M., Langrand, O.L. (1993): Food habits of the barn owl Tyto alba at three sites on Madagascar. Ostrich 64(4): 160-171. Download

Der relative kleine Madagaskarkauz (Athene superciliaris), der fast in allen Küstenregionen Madagaskars vorkommt, wurde ebenfalls nur ein einziges Mal bisher nachweislich mit dem Verzehr eines Chamäleons in Zusammenhang gebracht.16Rand, A.L. (1936): The distribution and habits of the Madagascar birds. A summary of the field notes of the Mission Zoologique Franco-Anglo-Américaine à Madagascar. Bulletin of the American Museum of Natural History 72: 143-499. Download

Auch die Madagaskar-Zwergohreule (Otus rutilus), ebenfalls eine recht häufig vorkommende Art, wurde nur ein Mal beim Verzehr eines kleinen Chamäleons der Gattung Calumma in Andohahela beobachtet.17Goodman, S.M., Pidgeon, M., Hawkins, A.F.A., Schulenberg, T.S. (1997): The birds of southeastern Madagascar. Fieldiana Zoology 87: 1-132. Download

Vangas

Die Singvögel der Vangas oder Vangawürger kommen nur auf Madagaskar und den benachbarten Komoren vor. Ähnlich der Darwinfinken auf den Galápagos-Inseln haben sie sich über Jahrhunderte in zahlreiche Arten mit speziellen ökologischen Nischen entwickelt. Heute zählt man 39 Arten, die optisch unterschiedlicher kaum sein könnten.

Ein Hakenschnabelvanga in Ankarafantsika im Westen Madagaskars

Hakenschnabelvangas (Vanga curvirostris) scheinen regelmäßig Chamäleons zu fressen. Sie fangen die Chamäleons mit ihrem Schnabel und schlagen sie dann gegen einen Ast, um sie zu töten. In Manantantely im Südosten Madagaskars wurde schon mehrfach beobachtet, dass Hakenschnabelvangas tote Chamäleons mit dem Kopf in Astgabeln festklemmten, um sie einfacher zerstückeln zu können.18Goodman, S.M., Pidgeon, M., Hawkins, A.F.A., Schulenberg, T.S. (1997): The birds of southeastern Madagascar. Fieldiana Zoology 87: 1-132. Download Auf etwas über 10% Chamäleon-Anteil an Beutetieren kam eine Beobachtungsstudie an Hakenschnabelvangas in Ankarafantsika im Nordwesten Madagaskars19Rakotomanana, H., Akamura, M.N., Yamagishi, S. (2001): Breeding ecology of the endemic hook-billed vanga, Vanga curvirostris, in Madagascar. Journal of the Yamashina Institute for Ornithology. 33: 25-35. Download. Elterntiere fütterten ihren Küken im Nest dabei swohl Furcifer oustaleti als auch Furcifer rhinoceratus und Brookesia decaryi, also alle häufiger vorkommenden Arten des dortigen Trockenwaldes. Außerdem verfütterten die Hakenschnabelvangas viele bereits zerkleinerte Fleischstückchen an ihre Küken, bei denen die Autoren davon ausgehen, dass auch davon ein größerer Anteil Chamäleons gewesen sein könnten. Eine ältere Studie fand in einem Großteil untersuchter Mägen von Hakenschnabelvangas aus dem Norden Madagaskars Chamäleons.20Rand, A.L. (1936): The distribution and habits of the Madagascar birds. A summary of the field notes of the Mission Zoologique Franco-Anglo-Américaine à Madagascar. Bulletin of the American Museum of Natural History 72: 143-499. Download

Ganz im Gegensatz dazu scheint der Weißkopfvanga (Artamella viridis) nur bei guter Gelegenheit Chamäleons zu erbeuten.21Rand, A.L. (1936): The distribution and habits of the Madagascar birds. A summary of the field notes of the Mission Zoologique Franco-Anglo-Américaine à Madagascar. Bulletin of the American Museum of Natural History 72: 143-499. Download

Weißkopfvanga in Kirindy

Ein Weißkopfvanga in Kirindy

Mehrere Beobachtungen von Helmvangas (Euryceros prevostii) berichten aus dem Regenwald von Masoala, wie Erdchamäleons, vermutlich Brookesia griveaudi, an Jungtiere verfüttert oder von adulten Vögeln selbst verspeist wurden.22Lamarca, G., Thorstrom, R. (1999): Breeding biology, diet and vocalization of the helmet vanga, Euryceros prevostii, on the Masoala Peninsula, Madagascar. Ostrich 71: 400-403. Download23Thostrom, R., Watson, R.T. (1997): Avian inventory and key species of the Masoala peninsula, Madagascar. Bird Conservation International 7: 99-115. Download Insgesamt machten Chamäleons jedoch auch bei den beobachteten Helmvangas nur etwas mehr als 1% der Nahrung aus – das meisterbeutete Futter waren Insekten.

Erdracken

Erdchamäleons werden insgesamt seltener Opfer von Vögeln. Aber selbst diese kleinen und unscheinbaren Chamäleons werden immer wieder von im Laub nach Futter suchenden Vögeln attackiert und verzehrt. Die Bindenerdracke (Brachypteracias leptosomus) wurde im Regenwald von Masoala beobachtet, wie sie sich zu rund 7% von Erdchamäleons der Gattung Brookesia ernährte24Thostrom, R., Lind, J. (1999): First nest description, breeding, ranging and foraging behaviour of the short-legged ground roller Brachypteracias leptosomus in Madagascar. Ibis 141: 569-576. Download. Weniger als 1% ihrer Nahrung machten mittelgroße Chamäleons bzw. deren Jungtiere aus. An der zentralem Ostküste fanden sich im Magen von Bindenerdracken ebenfalls Chamäleons. 25Rand, A.L. (1936): The distribution and habits of the Madagascar birds. A summary of the field notes of the Mission Zoologique Franco-Anglo-Américaine à Madagascar. Bulletin of the American Museum of Natural History 72: 143-499. Download

Die Schuppenerdracke (Geobiastes squamiger) wurde ebenfalls in Masoala dabei gesehen, wie sie sich von Erdchamäleons ernährte.26Thostrom, R., Watson, R.T. (1997): Avian inventory and key species of the Masoala peninsula, Madagascar. Bird Conservation International 7: 99-115. Download Beide Erdracken-Arten bewegen sich vorwiegend über den Boden und achten dabei auf kleinste Bewegungen in der Laubschicht. Entdecken sie eine potenzielle Beute, sprinten sie zu der Stelle und drehen mit dem Schnabel Blätter um, bis die Beute entdeckt ist.

Eine dritte, Chamäleon jagende Erdracke ist die Blaukopf-Erdracke (Atelornis pittoides). Sie ernährt sich aber vorwiegend von Insekten und ergreift nur gelegentlich mal ein Erdchamäleon.27Thostrom, R., Lind, J. (1999): First nest description, breeding, ranging and foraging behaviour of the short-legged ground roller Brachypteracias leptosomus in Madagascar. Ibis 141: 569-576. Download.

Seidenkuckucke

Seidenkuckucke sind auf Madagaskar endemisch und beliebtes Fotomotiv für Birdwatcher. Sie gelten als Allesfresser, so dass auch Chamäleons bei etlichen Arten auf der Speisekarte stehen müssten. Tatsächlich ist aber nur von zwei der neun derzeit existenten Arten bekannt, dass sie Chamäleons fressen.

Das ist zum Einen der Spitzschopf-Seidenkuckuck (Coua cristata), der im trockenen Westen Madagaskars lebt. Dieser schöne Vogel wurde schon dabei beobachtet, Chamäleons im Schnabel getragen zu haben.28Goodman, S.M., Pidgeon, M., Hawkins, A.F.A., Schulenberg, T.S. (1997): The birds of southeastern Madagascar. Fieldiana Zoology 87: 1-132. Download

Der zweite Chamäleonfresser unter den Seidenkuckucken ist der blaue Seidenkuckuck. Ein Tier der Art wurde im Regenwald von Andohahela im Südosten Madagaskars dabei beobachtet, wie er eine kleine Calumma-Art im Schnabel hielt und an sein Partnertier verfütterte.29Goodman, S.M., Pidgeon, M., Hawkins, A.F.A., Schulenberg, T.S. (1997): The birds of southeastern Madagascar. Fieldiana Zoology 87: 1-132. Download Auch ein älterer Bericht bestätigt, dass blaue Seidenkuckucke gelegentlich kleine Chamäleons erbeuten.30Rand, A.L. (1936): The distribution and habits of the Madagascar birds. A summary of the field notes of the Mission Zoologique Franco-Anglo-Américaine à Madagascar. Bulletin of the American Museum of Natural History 72: 143-499. Download

Weitere Vögel

Der Kurol (Leptosomus discolor) wäre als rackenähnlicher Vogel auf den ersten Blick dazu prädestiniert, wie die Erdracken hin und wieder Erdchamäleons zu fressen. Tatsächlich fliegt der Kurol jedoch wesentlich mehr als Madagaskars Erdracken und jagt vorwiegend in den Baumkronen. Nur eine einzige Studie hat vor vielen Jahren in über 20% der untersuchten Vögel mittelgroße Chamäleons gefunden.31Rand, A.L. (1936): The distribution and habits of the Madagascar birds. A summary of the field notes of the Mission Zoologique Franco-Anglo-Américaine à Madagascar. Bulletin of the American Museum of Natural History 72: 143-499. Download Seitdem gilt Chamäleons als Futter des Kurols auf Madagaskar, auch wenn es keine weiteren Beobachtungen mehr gab.

Auf den ersten Blick eher ungewöhnlich als Chamäleonprädator erscheint der Madagaskarfischer (Corythornis madagascariensis). Dieser winzige, knallig gefärbte Eisvogel wurde in Andohahela im Südosten Madagaskars einmal dabei beobachtet, wie er ein Chamäleon der Gattung Calumma erbeutete, das genau so lang wie sein eigener Kopf und Schnabel war. Das Chamäleon wurde durch Schlagen gegen einen Ast getötet und dann heruntergewürgt.32Goodman, S.M., Pidgeon, M., Hawkins, A.F.A., Schulenberg, T.S. (1997): The birds of southeastern Madagascar. Fieldiana Zoology 87: 1-132. Download

Von einem weiteren an Gewässer gebundenem Vogel, der Cuvier-Ralle (Dryolimnas cuvieri), gibt es auch nur einen einzigen Nachweis von Chamäleons als Beute. Diese Vogelart lebt in Regenwald, Mangroven und Sumpfgebieten, aber auch in Reisfeldern. Sie waten häufig durchs Wasser und stochern mit dem Schnabel am Ufer, was zu Chamäleons als Beute eher wenig passt. Trotzdem gibt es eine Beobachtung aus einem Regenwald nahe Anjozorobe im nördlichen Hochland Madagaskar, bei der ein Elterntier mit Küken ein adultes Calumma gastrotaenia im Schnabel trug – eine vor Ort sehr häufige Art.33Jenkins, R.K.B. (2001): Observations on the white-thorated rail Dryolimnas cuvieri in Madagascar. Scopus 21: 65-67. Download

Schlangen

Bei Schlangen sind vor allem Mahafalynatter (Mimophis mahfalensis), Ithycyphus perineti bzw. Ithycyphus oursi und Madagascarophis colubrinus als Chamäleonfresser bekannt. Aber auch die Blattnasennatter (Langaha madagascariensis) hat schon nachweislich Furcifer verrucosus gefressen. Alle vier stöbern Chamäleons direkt in Bäumen und auf dem Boden auf. Auch bei diversen Schlangen der Gattung Phisalixella (ehemals Stenophis) und Parastenophis (Ph. variabilis, Pa. betsileanus) stehen Chamäleons immer wieder auf dem Speiseplan. So wurde eine Parastenophis betsileanus in Andasibe für die Wissenschaft konserviert, die ein Furcifer willsii im Magen hatte.34Raxworthy, C.J. (1988): Reptiles, rainforest and conservation in Madagascar. Biological Conservation 43: 181-211. Download.

Furcifer oustaleti wird von Schlange gefressen

Dieses Furcifer oustaleti ist leider gerade Opfer einer Schlange geworden

Alle genannten Schlangen töten ihre Opfer mit einem Biss, während dem Sekret aus den sogenannten Duvernoy’schen Drüsen in die Wunde läuft. Die Duvernoy’schen Drüsen sind eine Art „primitiver Vorläufer“ echter Giftdrüsen. Das in diesen Drüsen produzierte Gift ist nicht besonders potent. Es wird bei Mahafalynattern, Phisalixella und Parastenophis über Giftzähne abgegeben, die weit hinten im Kiefer sitzen – ungefähr unter den Augen. Für große Säugetiere wie den Menschen ist das Gift der madagassischen Trugnattern eher harmlos und mit einem Wespenstich zu vergleichen. Chamäleons kann die Wirkung des Sekrets jedoch lähmen und sogar töten. Soweit bisher untersucht, handelt es sich bei dem Gift um ein Hämotoxin, es zerstört also Blutzellen.

Auf Madagaskar leben auch etliche Würgeschlangen, diese kümmern sich scheinbar jedoch weniger um Chamäleons als Beutetiere. Wir haben außerdem bereits mehrfach beobachtet, wie Schlangen zwar Chamäleons per Biss töteten oder erwürgten, sie auf Grund ihrer Größe jedoch dann nicht verschlingen konnten. Es scheint, dass Chamäleons hin und wieder auch Opfer von Schlangen werden, die sich einfach mit ihrer Beute überschätzen.

Die toten Chamäleons bleiben aber nicht lange liegen – sie werden von Insekten, Vögeln oder anderen Reptilien recht schnell in kleinere Teile zerlegt und dezimiert. Das Foto oben rechts zeigt übrigens genau so eine Situation: Eine Phisalixella variabilis umschlang ein Furcifer oustaleti und tötete es mit einem Biss in Kopfnähe. Nachdem das Chamäleon tot war, versuchte die Schlange es zu verschlingen. Nach einer guten halben Stunde ließ sie davon ab, da das Chamäleon einfach nicht zwischen die Kiefer passte. Am nächsten Tag waren nur noch einzelne Knochen und etwas Haut vom Körper des Furcifer oustaleti übrig – die „Bodenpolizei“ des Trockenwaldes hatte ganze Arbeit geleistet.

Einige Schlangen fressen einfach, was sie finden können – gerne im Boden vergrabene Eier, ab und zu mal ein lebendes Chamäleon. Zu diesen Schlangen zählen die Hakennasennatter (Leioheterodon madagascariensis) und Pseudoxyrophus ambreensis. Sie graben sich mit dem Kopf voran in den Sand oder den Erdboden hinein, um frische Gelege zu finden. Im Foto ist offenbar gerade eine Hakennasennatter im Trockenwald von Ankarafantsika fündig geworden. Die Eier werden im Maul mit den Zähnen angeschlitzt, damit Eigelb und Eidotter verdaut werden können. Die Eier von Chamäleons im Erdboden sind überhaupt anfällig gegenüber Fressfeinden. Dabei muss es sich nicht mal um Schlangen handeln. Selbst bestimmte Ameisen-Arten können Chamäleon-Eier zerstören.

Frösche

Interessant ist, dass selten sogar Frösche in der Regenzeit mal Chamäleons fressen. Schlüpflinge landen in besonders regenreichen Jahren schon mal im Magen von Grasfrosch (Ptychadena madagascariensis)35D’Cruze, N., Abel J.S. (2005): Ptychadena mascarienensis (Mascarene Ridged Frog): predation on an endemic Malagasy chameleon. Herpetological Bulletin 93: 26-27. Download oder Mantidactylus femoralis36Vences, M., Glaw, F.G., Zapp, C. (1999): Stomach content analyses in Malagasy frogs in the genera Tomopterna, Aglyptodactylus, Boopis and Mantidactylus. Herpetozoa 11: 109-116. Download. Vermutlich greifen auch andere Frösche zu Chamäleon-Schlüpflingen, wenn sie die Gelegenheit bekommen – es wurde bisher aber sehr selten beobachtet. Sehr kleine Chamäleons werden gelegentlich auch von Gottesanbeterinnen und großen Spinnen erbeutet.

Lemuren, Fossa und kleinere Säugetiere

Lemuren fressen ebenfalls eher selten Chamäleons – wahrscheinlich nur, wenn sich gerade eine sehr gute Gelegenheit dazu bietet. Kattas37Oda, R. (1996): Predation on a chameleon by a ring-tailed lemur (Lemur catta) in the Berenty Reserve, Madagascar. Folia Primatologica 67(1): 40-43. Download, Mausmakis und Fettschwanzmakis wurden schon beim Fressen von Chamäleons beobachtet. Eigentlich bevorzugen diese Lemuren Früchte, Blüten und Blätter.  ergänzen ihre Nahrung aber mit Insekten. In der Trockenzeit ist das Angebot an frischem Grün und Insekten in den südlichen Gefilden Madagaskar allerdings eher eingeschränkt. Ein Chamäleon kommt dann als „Notbehelf“ gerade recht.

Auffallend ist, dass Lemuren bei Beobachtungen oft einen großen Teil ihrer ungewöhnlichen Beute unverzehrt zurückließen. Das deutet darauf hin, dass Chamäleons weder Hauptmahlzeit noch besonders häufiges Beutetier für Lemuren darstellen. Vielleicht schmecken Chamäleons den Lemuren einfach nicht. Es wäre aber auch möglich, dass Lemuren Chamäleons mehr aus Neugierde und zum „Ausprobieren“ denn aus Hunger töten.

Als weiteres madagassisches Säugetier bedient sich ab und zu die etwa kniehohe Fossa, das größte Raubtier der Insel, an der Chamäleonpopulation. Fossas sind kathameral, das heißt je nach Bedarf tag- und/oder nachtaktiv. Sie können problemlos auf Bäume klettern und dort entsprechend auch Chamäleons aufstöbern. Opportunistische Jäger wie die Ringelschwanzmanguste (Galidia elegans), der Große Breitstreifenmungo (Galidictis grandidieri), die Fanaloka (Fossa fossana) oder diverse Arten von Tenreks verschmähen ein Chamäleon ab und zu ebenfalls nicht. Tenreks stöbern vor allem im Laub, so dass ihre Opfer vor allem Erdchamäleons sind.

Invasive Arten: Katzen und Wanderratten

Eingeschleppte Hauskatzen und Wanderratten stellen auf Madagaskar zusätzlich eine zunehmende Bedrohung für Chamäleons dar. Wanderratten verdrängen nicht nur die heimischen, auf Madagaskar endemischen Ratten. Sie ernähren sich auch opportunistisch von allem, was sie überwältigen und fressen können. Was Chamäleons angeht, bedienen Wanderratten sich vor allem an Eiern, die sie ausgraben, anfressen und damit zerstören.

Katzen werden häufig auch von ärmsten Madagassen mitgefüttert, jedoch nicht kastriert, weshalb sie sich ungehemmt auf der Insel vermehren. Uns wurde bereits von mehreren Madagassen berichtet, dass Katzen sich teils sogar auf grabende Chamäleonweibchen „spezialisieren“ und gezielt am Boden nach Eier legenden Chamäleons suchen, um sie zu töten. Wir haben selbst mehrfach erlebt, wie Katzen Pantherchamäleons und andere häufiger vorkommende Arten erfolgreich jagen und töten. Katzen bedienen sich also mitnichten nur an „unerwünschten“ Ratten und Mäusen in Häusern. Sie töten sehr erfolgreich Amphibien, Reptilien und Vögel.

Katzen sind damit leider ein zunehmender Problemfaktor für die einheimische Artenvielfalt auf Madagaskar. Die folgenden Fotos stammen aus Andasibe, Ambilobe und Sambava. Wir hätten noch hunderte weitere. Selbst in den entlegensten Regionen Madagaskars sind inzwischen streunende Hauskatzen heimisch geworden.

Der Mensch

Der Mensch ist übrigens zwar kein Fressfeind, aber das größte Problem für Chamäleons auf Madagaskar. Durch Brandrodung und Holzschlag von Menschenhand verlieren viele Chamäleons ihren Lebensraum. Nicht alle Arten können wie die allgegenwärtigen Furcifer oustaleti oder die weit verbreiteten Furcifer pardalis problemlos in Sekundärvegetation überleben. Viele madagassische Chamäleonarten sind auf spezielle Lebensräume wie intakten Regenwald auf einer gewissen Höhe oder intakten Dornwald angewiesen.

Der Mensch zerstört diese Chamäleon-Lebensräume auf Madagaskar seit vielen Jahrzehnten. Selbst ausgewiesene Schutzgebiete sind wegen der hohen und kaum einzudämmenden Armut auf Madagaskar von Zerstörung bedroht. Und auch durch seine Fortbewegung tötet der Mensch: Regelmäßig werden Chamäleons auf Madagaskars Straßen überfahren.38Schütt, P. (2008): Analysis of road kill data from Ankarafantsika National Park, Madagascar. Masters project submitted in partial fulfillment of the requirements for the Master of Environmental Management degree in the Nicholas School of the Environment and Earth Sciences of Duke University, Durham, North Carolina, USA. Download,39Ramsay M.S., Mercado Malabet, F., Ravelonjanahary H.N., Razafindrakoto, A., Lehman, S.M. (2024): Spatial patterns of roadkill within Ankarafantsika National Park, Madagascar. Austral Ecology 49: e13531. Download Auch wenn es sich dabei in der Regel nicht um seltene Arten handelt, sind die betroffenen Chamäleons doch unnötig gestorben.

Literatur zu diesem Thema
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