Lokalform Cap Est

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Cap Est

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Cap Est -15.265556, 50.486667 Cap Est, Sava, Antsiranana, Madagaskar (Routenplaner)

Verbreitung der Lokalform Cap Est:

Cap Est liegt an der Ostküste Madagaskars in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Masoala. Es handelt sich hierbei nicht um ein Dorf, sondern um die Bezeichnung des östlichsten Zipfels Madagaskars, also schlicht ein unbewohntes Stück Land. Das Gebiet besteht aus Sekundärvegetation, Resten von Littoralwäldern und Mangroven. Das nächste Dorf liegt etwas südlich des Cap Est und heißt Ambodirafia. Im Norden wird das Cap Est vom Fluss Onive begrenzt. Cap Est liegt nur wenig über Meeresniveau.

Küstennahe Dörfer, Reisfelder sowie ihre direkte Umgebung (und damit auch Cap Est) gehören offiziell nicht zum Nationalpark Masoala – ungeachtet dessen, dass viele Hütten und Reisfelder illegal angelegt wurden und immer noch werden. Die Gegend gehört jedoch zu einer sogennanten Pufferzone. In dieser Pufferzone gibt es unter anderem Regeln für Holzschlag, das Anlegen neuer Reisfelder und die Entnahme von Wildtieren. Ursprünglich wurde mit der Pufferzone angedacht, den Menschen vor Ort trotz Gründung eines Nationalparks nicht die Lebensgrundlage zu nehmen. Außerdem sollte dieses Randgebiet mit erlaubter Holzwirtschaft dafür sorgen, dass weniger innerhalb der Parkgrenzen selbst abgeholzt würde. Tatsächlich ist heute die tatsächliche Parkgrenze vor Ort schwer auszumachen, da es einen fließenden Übergang von gerodeten Landflächen mit Sekundärvegetation zum Regenwald gibt.

Cap Est ist nur schwer zugänglich, weshalb kaum ein Reisender es je zu Gesicht bekommt. Um dort hin zu gelangen, muss man aktuell mit einer Twin Otter nach Sambava fliegen, von dort mit dem Geländewagen nach Antalaha fahren und dann eine offroad Piste bis nach Ambodirafia bewältigen. Ökotouristische Aktivitäten des Nationalparks Masoala beschränken sich auf die Westseite des Parks in der Bucht von Antongil. In der Gegend von Cap Est ist davon nur wenig zu bemerken, eine touristische Infrastruktur existiert nicht. Dazu kommt, dass in der Gegend nach wie vor häufig illegal Rosenholz innerhalb der Nationalpark-Grenzen geschlagen wird. Die kleinen Häfen in den Dörfern nahe Cap Est werden zum unbemerkten Verschiffen der illegalen Fracht verwendet. Durch seine exponierte Lage wird Cap Est jährlich um die Jahreswende von Zyklonen heimgesucht.

Aussehen der Lokalform:

Durch die isolierte Lage findet man am Cap Est eine sehr farbtreue Lokalform der Pantherchamäleons: Die Männchen sind weiß mit tiefroter Bänderung. Die weißen Bereiche haben teils taubenblaue Einschläge. Einige Tiere haben deutlich mehr Weiß und Hellblau als andere. Die weiblichen Pantherchamäleons sehen hier aus wie überall sonst auf Madagaskar.

Gewichtstabelle

Gewichtstabelle Furcifer pardalis 2018

Seit 2015 messen wir die Gewichte von uns gefundener Chamäleons auf Madagaskar, soweit die Tiere (und unsere Waagen) mitmachen. Langfristig soll sich aus einer möglichst großen Anzahl Messungen ein durchschnittliches Gewicht im Verhältnis zur Kopf-Rumpf-Länge (gemessen von der Nasenspitze bis zur Kloake) für jede Art ablesen lassen. Wichtig zu wissen ist, dass alle Gewichte gegen Ende der Regenzeit (= bestes Futterangebot) gemessen wurde, es dürfte sich also um Maximalgewichte auf Madagaskar handeln. Dreieckige Symbole bei Weibchen bedeuten nicht trächtig, runde Symbole bedeuten trächtig. Bei Furcifer pardalis hat sich bisher entgegen unserer ursprünglichen Annahme heraus gestellt, dass es keine gravierenden Unterschiede im Verhältnis der KRL zum Gewicht zwischen den einzelnen Lokalformen gibt.

 

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Durchschnittl. Temperatur 24 25 25 24 24 23 21 20 21 22 23 24
Minimale Temperatur 20 21 20 20 18 17 16 16 17 17 19 20
Maximale Temperatur 28 29 28 27 25 25 25 25 25 27 27 28
Regentage 26 23 25 19 17 18 21 21 16 17 20 24

Die angegebenen Daten wurden von uns innerhalb mehrerer Jahre mit Thermo- und Hygrometern direkt an den Fundorten der Tiere gemessen und zusammengetragen. "Durchschnittliche Temperatur" bedeutet, dass die Werte eines gesamten Monats zu einem Durchschnittswert berechnet wurden, z.B. wurden alle gemessenen Minimalwerte eines Monats zu einem durchschnittlichen Minimalwert für Februar berechnet. Das bedeutet im Klartext, dass einzelne Spitzenwerte eines Tages deutlich höher oder niedriger als die durchschnittlichen Minimal- und Maximalwerte liegen können. Es ist also möglich, dass zwar das durchschnittliche Maximum bei 29 Grad liegt, es aber an einigen Tagen des Monats 33°C oder gar 35°C warm war.

Der Regenwald von Masoala liegt direkt an der Küste mit Breitseite zur Bucht von Antongil, die sich aber wettermäßig eher wie offenes Meer verhält. Entsprechend gibt es im Frühjahr hier regelmäßig schwere Stürme. Während der Regenzeit regnet es täglich sehr intensiv, aber auch während der Trockenzeit ist regelmäßiger Niederschlag vorhanden.

Von Oktober bis April ist es wärmer als sonst in Masoala, mit Temperaturen bis über 30°C an sonnigen Stellen. Nachts sinken die Temperaturen etwas ab, was sich aber vor allem in der Trockenzeit von April bis Oktober mit Temperaturstürzen bis zu 15°C nachts bemerkbar macht. Luftfeuchtigkeit bei moderater Wärme sind hier die Schlüsselkomponenten.

2014 UVI Maroantsetra 2015 UVI Maroantsetra

Die UVB-Daten wurden mit einem Solarmeter 6.5 im Frühjahr (Ende März) zur höchsten Aktivitätszeit der Chamäleons gemessen. Gemessen wurden jeweils maximal für das Chamäleon zu erreichende Werte im Habitat.

Leider sind noch keine Bodentemperaturen für Masoala verfügbar.

Habitat:

Der Lebensraum der Pantherchamäleons hier besteht vor allem aus Sekundärvegetation. Bananenpflanzen, Palmen und sehr viel Gebüsch mit unzähligen Rankpflanzen bilden ein dichtes Grün. Der laterit- und erdhaltige Sandboden ist dick mit Laub und Unterholz bedeckt. Große Bäume findet man vor allem in Richtung des Nationalparks. Der Landbereich von Cap Est geht direkt in Strand am Indischen Ozean über. Pantherchamäleons findet man weniger in Strandnähe als in Bananenplantagen und verwildertem Gestrüpp rund um Reisfelder.

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