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Pflanzenschädlinge

Pflanzenschädlinge (2) Wollläuse
Pflanzennützlinge (1)
Pflanzennützlinge (6)
Pflanzennützlinge (5)

Fast jeder in der Terraristik wird früher oder später Bekanntschaft mit ihnen schließen: Kleine Schädlinge an Pflanzen, die ihre Wirte langsam eingehen lassen und unschöne, schmierige Spuren oder Gespinste im Terrarium hinterlassen. Viele davon lassen sich gut bekämpfen, ohne dass dabei Chamäleons zu Schaden kommen. Diese Seite soll einen Überblick über die häufig in Terrarien anzutreffenden Pflanzenschädlinge geben und einige Tipps geben, wie man sie wieder los wird.

Pflanzenschädlinge

 Schildläuse

Pflanzenschädlinge (1) Wollläuse

Wollläuse in der Nahaufnahme

Schildläuse sind klebrige kleine Plagegeister an bestimmten Pflanzen mit schildförmigem Körper (daher der Name), unter dem die Weibchen unzählige Eier ablegen. Schildläuse werden bis zu einem halben Millimeter groß und ernähren sich vom Pflanzensaft, wodurch die befallene Pflanze langsam eingeht. Der klebrige Honigtau (nur Deckelschildläuse bilden keinen!) und die großen Weibchen selbst sind die Zeichen, die im Terrarium meist als erstes an den Pflanzen auffallen. Viele Schildläuse sind mit einem wachsartigen Sekret bedeckt, das die Bekämpfung erschwert und sie auch sehr niedrige Temperaturen überleben lässt. Die häufigste vorkommende Art ist die Zitrusschmierlaus, so benannt wegen dem weißen, schmierig-weichen Sekret, in dass sie sich einhüllt. Schmierläuse werden auch Wollläuse genannt und befallen vor allem krautige Pflanzen, Zitruspflanzen, Weinreben, Ananans, Orchideen und Sukkulenten. Entfernt man sie, hinterlassen sie typische weiße Stellen an den Pflanzen.

Pflanzenschädlinge (3) Blattläuse

Blattläuse am Hibiscus

Blattläuse

Auch Blattläuse saugen Pflanzensaft, können jedoch im Gegensatz zu anderen Läusen sehr gut als Futtertiere für kleine Chamäleonarten dienen. Blattläuse scheiden sogenannten Honigtau aus, was nicht nur Ameisen anlockt, sondern auch als Nährboden für Rußtaupilze auf Pflanzen dienen kann. Es gibt geflügelte und ungeflügelte Formen, die beide leicht auf Pflanzen zu erkennen sind. Ihre Entfernung hinterlässt keine Spuren an der Pflanze selbst.

Thripse (Larven und ausgewachsen)                    CC BY-SA 2.0 PaulT

 

Thripse

Thripse (Fransenflügler, schwarze Fliege) werden bis zu drei Millimeter groß und haben vier Flügel, fliegen aber so gut wie nicht. Einige Arten fressen Pflanzen an und verursachen dadurch vor allem optische Schäden in Form heller, silbriger Flecken (ähnlich Spinnmilben) oder Pflanzengallen (kleine runde Erhebungen auf Blättern und Stielen). Sie können auch Fehlwirte wie den Menschen stechen.

Weiße Fliege (Mottenschildläuse)

Bei der weißen Fliege handelt es sich um eine geflügelte Art von Läusen. Körper und Flügel dieser Pflanzenschädlinge sind von mehlartigem Wachsstaub bedeckt, der auch an der befallenen Pflanze auffällt. Sie legen ihre Eier auf Stielen ab, die Larven sitzen auf den Unterseiten von Blättern inmitten einer dicken Wachsschicht. Weiße Fliegen findet man gelegentlich auch auf Lebensmitteln (vor allem an Gemüse).

Spinnmilben

Spinnmilben
CC BY-SA 3.0 Paramecium

Spinnmilben

Spinnmilben werden bis zu 0,5 mm groß, haben acht Beine und einen gelblich bis rötlich gefärbten, ovalen Körper. Man erkennt sie leicht an zwei dunkleren Punkten auf dem Rücken. Jede Milbe legt etwa 200 Eier auf der Unterseite von Pflanzenblättern. Die Milben selbst leben zwei bis vier Wochen und ernährten sich von Pflanzensaft. An befallenen Pflanzen findet man kleine gelbe Pünktchen auf den Blättern. Nach und nach beginnen die Blätter, sich komplett gelb oder braun zu verfärben und auszutrocknen. Weiterhin typisch für Spinnmilben sind weiße, feine Netze auf den befallenen Pflanzen.

 

Bekämpfungsmaßnahmen

Terrarienklima optimieren

Meistens werden Pflanzen dann von Schädlingen befallen, wenn das sie umgebende Klima nicht passt. Zum Beispiel zu wenig Licht und Wärme können den Befall begünstigen. Bei der Auswahl von Planzen für’s Terrarium ist also vorher zu prüfen, ob die gewünschte Pflanze überhaupt in Frage kommt oder vielleicht besser auf der Fensterbank bleibt.

Schädlinge abspülen

Effektiv und wirksam gegenüber vielen Läusen, aber auch sehr mühselig ist das Abwischen per Hand. Mit einem Lappen und Seifenwasser wischt man jedes einzelne Blatt sorgfältig ab. Im Terrarium sollte eine mit Seifenwasser behandelte Pflanze danach nochmal mit klarem Wasser abgebraust werden.

Nützlinge

Pflanzenschädlinge werden in der Natur von verschiedenen anderen Insekten gefressen oder parasitiert. Dies kann man sich auch im Terrarium zu Nutze machen, indem man die Fressfeinde/Parasiten der Schädlinge einsetzt. Die Erfahrungen sind hier sehr unterschiedlich. Bei leichtem Befall hilft der Einsatz oft, bei starkem Befall eher nicht mehr. Wichtig ist, die im Terrarium befindliche Schädlingsart korrekt zu bestimmen und genau die darauf spezialisierten Nützlinge auszuwählen. Eventuell müssen Nützlinge mehrfach ausgebracht werden, um einen Erfolg zu erzielen.

Australische Marienkäfer

Pflanzennützlinge (4)

Australische Marienkäfer

Helfen gegen: Schmierläuse

Die Käfer und vor allem die Larven des Australischen Marienkäfers (Cryptolaemus montrouzieri) ernähren  sich im Gegensatz zu den meisten unserer heimischen Marienkäfer von Wollläusen, die sich gerne auf Gummibäumen breitmachen. Im Terrarium sind diese Nützlinge gut einsetzbar, da sie eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen und erst ab Temperaturen von über 20°C aktiv sind. Man erhält über den Fachhandel in der Regel die in Papp- oder Plastikhülsen verpackten Larven. Diese können abends (nicht tagsüber!) einfach über den Pflanzen ausgeschüttelt werden. Die Reste der vertilgten Läuse trocknen ein und fallen nach und nach von den Pflanzen ab. Die Käfer selbst werden von Chamäleons auch gerne als Futtertiere gefressen. Vorsicht: Die Larven der Marienkäfer sehen Wollläusen sehr ähnlich, sind aber größer und flinker unterwegs.

Unser einheimischer Siebenpunkt-Marienkäfer

Unser einheimischer Siebenpunkt-Marienkäfer

Sieben-Punkt-Marienkäfer

Helfen gegen: Blattläuse

Der Sieben-Punkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) ist auch in Deutschland heimisch. Die Käfer und die bis zu einem Zentimeter großen Larven fressen Blattläuse. Man erhält diese Nützlinge als Eier auf Pappe oder Folien, die man in die befallenen Pflanzen legt und nach Schlupf der Larven (nach etwa einer Woche) wieder entfernt.

Florfliege

Florfliege
CC BY-SA 3.0 Hedwig Storch

Florfliegen

Helfen gegen: Blattläuse, Schmierläuse, Spinnmilben, Thripse

Die Imagines (adulten Fliegen) und Larven der Florfliegen (Chrysoperla carnea) ernähren sich von Blatt- und Schmierläusen, Spinnmilben sowie Thripsen, bei allen anderen Gattungen der Florfliegen fressen nur die Larven Läuse. Man nennt man sie auch „Blattlauslöwen“. Diese Nützlinge werden inzwischen kommerziell gezüchtet und sind im landwirtschaftlichen Handel erhältlich. Meist werden die Larven in kleinen Pappen geliefert, die man abends einfach auf die Pflanzen im Terrarium schüttet. Nach zwei bis drei Wochen verpuppen sich die Larven und werden zu Florfliegen.

Larve der Gallmücke

Larve der Gallmücke
CC BY-SA 4.0 Rsbernard

Gallmücken

Helfen gegen: Blattläuse

Gallmücken (Aphidoletes aphidimyza) sind orangefarbene, bis zwei Millimeter große Insekten, deren Larven sich von Blattläusen ernähren. Im Terrarium sind sie gut zu etablieren, da die Larven eine hohe Luftfeuchtigkeit, viel Licht und Temperaturen über 20°C benötigen. Gallmücken bekommt man im landwirtschaftlichen Handel in der Regel schon als Puppe auf feuchtem Substrat. Dieses bringt man samt Puppen auf dem Terrarienboden unter den befallenen Pflanzen aus. Aus den Puppen schlüpfen die Gallmücken, deren Weibchen nach einigen Tagen unzählige Eier an der betroffenen Pflanze legen.

Schlupfwespen

Encarsia formosa

Helfen gegen: Weiße Fliegen

Die Weibchen dieser Art legen ihre Eier in den Larven der weißen Fliege ab. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven der Schlupfwespen fressen die Larven der weißen Fliege von innen auf. Die so parasitierten Larven sterben und verfärben sich schwarz. Aus der toten Larve schlüpft nach etwa einer Woche die Schlupfwespe. Sie benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit, viel Licht und sind ab etwa 15°C aktiv. Im Handel kann man bereits verpuppte Larven kaufen.

Schmierlaus, die von einer Schlupfwespe parasitiert wurde

Schmierlaus, die von einer Schlupfwespe parasitiert wurde
CC BY 3.0 Whitney Cranshaw

Leptomastix dactylopii, Leptomastidea abnormis

Helfen gegen: Schmierläuse

Diese Schlupfwespen parasitieren vor allem Schmierläuse. Sie helfen nur bei geringem Befall, ansonsten dauert es Wochen bis Monate, bis ein Erfolg sichtbar wird. Man setzt in der Regel beide Arten gleichzeitig ein. Leptomastix dactylopii bevorzugt Nymphenstadien, während Leptomastidea abnormis vor allem die fertigen Läuse parasitiert. Diese Nützlinge sind erst ab etwa 25°C aktiv.

Coccophagus lycimnia, Microterys flavus

Helfen gegen: Napfschildläuse

Diese bis zu zwei Millimeter großen Schlupfwespen parasitieren die Schildläuse selbst. Die Läuse schwellen an und sterben, wodurch sie sich schwarz verfärben.

Pflanzennützlinge (2)

Raubmilben, wie man sie per Post gesendet bekommen kann

Raubmilben

Helfen gegen: Spinnmilben

Bei Phytoseiulus persimilis handelt es sich um orangefarbene, bis zu einen Millimeter großen Milben. Sie ernähren sich nur von Spinnmilben. Auch sie benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit und mindestens 20°C. Raubmilben sind käuflich in Substrat zu erhalten, das man auf die befallenen Pflanzen streut.

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