Brookesia confidens

CITES-Quoten
kein legaler Export möglich

Erstbeschreibung:

Glaw, Köhler, Townsend, Vences 2012

Herkunft des Artnamens:

Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung München, Jörn Köhler vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt, Ted Townsend von der Universität San Diego (USA) und Miguel Vences vom Zoologischen Institut der TU Braunschweig beschrieben die Art Brookesia confidens zeitgleich mit einigen weiteren, ähnlich kleinen Brookesia-Arten. Im Gegensatz zu den anderen Arten kommt Brookesia confidens in einem geschützten Nationalpark vor, der zusätzlichen Schutz durch die schwer zugänglichen Tsingys bietet. Es ist daher eher nicht zu befürchten, dass der Lebensraum der Art in den nächsten Jahren vollkommen zerstört wird. Die Biologen hoffen stattdessen darauf, dass die Art überleben wird. Passend dazu wählten die Erstbeschreiber das lateinische Wort confidens, was übersetzt so viel wie zuversichtlich oder vertrauensvoll bedeutet, als Artnamen.

Verbreitung:

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Ankarana

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Ankarana -12.989839, 49.110260 Ankarana, Madagaskar (Routenplaner)

Brookesia confidens ist bisher ausschließlich aus dem Nationalpark Ankarana bekannt. Die kleinen Chamäleons leben im Trockenwald, zum Teil auch nahe der Tsingys, einer Art nadelförmigen Karstgesteins. Man findet sie am besten in einem etwas feuchteren Teil des Trockenwaldes, der auch während der Trockenzeit relativ grün bleibt. Sie leben in der dicken Laubschicht am Fuße großer Baumwurzeln und schlafen nachts auf Grashalmen oder sehr niedrigen, dünnen Pflänzchen.

Aussehen & Größe:

Wie alle Chamäleons der minima-Gruppe ist Brookesia confidens ein echter Winzling. Die Kopf-Rumpf-Länge (gemessen von der Nasenspitze bis zur Kloake) beträgt maximal 2,3 cm. Auf dem Rücken tragen Brookesia confidens 11 oder 12 kleine, eher undeutlich sichtbare Tuberkel. Die meisten Individuen der Art tragen einen hellen Streifen auf dem Rücken, der sich auf dem Schwanz fortsetzt.

 

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Durchschnittl. Temperatur 25 25 24 23 20 19 18 19 20 22 23 24
Minimale Temperatur 21 20 20 19 16 14 14 14 15 17 19 20
Maximale Temperatur 30 29 28 27 26 24 23 24 25 27 28 29
Regentage 26 24 21 12 8 7 9 9 7 9 13 20

Die angegebenen Daten wurden von uns innerhalb mehrerer Jahre mit Thermo- und Hygrometern direkt an den Fundorten der Tiere gemessen und zusammengetragen. "Durchschnittliche Temperatur" bedeutet, dass die Werte eines gesamten Monats zu einem Durchschnittswert berechnet wurden, z.B. wurden alle gemessenen Minimalwerte eines Monats zu einem durchschnittlichen Minimalwert für Februar berechnet. Das bedeutet im Klartext, dass einzelne Spitzenwerte eines Tages deutlich höher oder niedriger als die durchschnittlichen Minimal- und Maximalwerte liegen können. Es ist also möglich, dass zwar das durchschnittliche Maximum bei 29 Grad liegt, es aber an einigen Tagen des Monats 33°C oder gar 35°C warm war.

Ankarana ist ein Trockenwald, der durch die berühmten Tsingys, Nadelsteinfelsen, in zwei Hälften geteilt wird. Im Trockenwald ist es das ganze Jahr über tagsüber sehr warm. In der Regenzeit von Oktober bis April sind Temperaturen über 30°C eher die Regel als die Ausnahme und es regnet relativ häufig.

Während der Trockenzeit von Mai bis September ist es tagsüber etwas kühler, aber immernoch recht warm. Nachts sinken die Temperaturen in der Regenzeit kaum nach unten, in der Trockenzeit können sie nachts gut auf 15°C fallen. Trockenzeit meint in Ankarana auch tatsächlich "trocken": Der Laubwald verliert den größten Teil seiner Blätter und es gibt nur alle paar Tage kleine Regenschauer. Die Flüsse, die in der Regenzeit in Ankarana reißend und riesig sind, trocknen fast alle komplett aus.

2016 UVI Ankarana 2020 UVI Ankarana

Die UVB-Daten wurden mit einem Solarmeter 6.5 im Frühjahr (Anfang April und Mitte März) zur höchsten Aktivitätszeit der Chamäleons gemessen. Gemessen wurden jeweils maximal für das Chamäleon zu erreichende Werte im Habitat.

Leider sind noch keine Bodentemperaturen für Ankarana verfügbar.

Habitat:

Die folgenden Fotos zeigen Ausschnitte aus dem Habitat von Brookesia confidens während der Regenzeit in Ankarana. Das Mikrohabitat der Art liegt im Trockenwald auf nur einem kleinen, etwas feuchterem Gebiet mit hohem Laub, vielen kleinen Sträuchern und sehr großen Baumwurzeln. Direkt an den Tsingys findet man die Tiere nur selten.

Im Folgenden findest du einige 360°-Bilder aus Ankarana. Mit der Maus kann man sich darin in alle Richtungen drehen. Wenn man auf das Theta-Logo klickt, öffnen sich die Bilder in vergrößerter Ansicht in einem eigenen Fenster. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Bilder im Vollbildmodus auszuführen. Viel Spaß beim Anschauen!

Trockenwald im Nationalpark Ankarana, Region Diana, Nordwest-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA

Trockenwald im Nationalpark Ankarana, Region Diana, Nordwest-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA