Bauanleitung für ein Aluprofil-Forex-Terrarium

Diese Bauanleitung gehört zu einem von uns selbst geplanten und gebauten Terrarium, das wir für mittelgroße Chamäleons verwenden. Die Außenmaße des Terrariums sind 65 cm Tiefe, 110 cm Breite und 180 cm Höhe. Für das Grundgerüst wurden silbern eloxierte Aluminiumprofile mit 20 x 20 mm verwendet. Bodenwanne, eine Seiten- sowie die Rückwand bestehen aus 10 mm Forex (Hartschaumplatten). Die Tür hat ihren Anschlag links und ist vollständig aushängbar. Sie reicht über die gesamte Front des Terrariums, so dass ein guter Eingriff in alle Bereich des Terrariums möglich ist. Die gesamte Tür, eine Seite und der gesamte Deckel bestehen aus Aluminiumgaze. Wir übernehmen wie immer keine Gewähr dafür, dass wir uns nirgends beim  Plan verrechnet haben. Alle Profile mit Stegen sollten direkt mit Gehrungsschnitten bestellt werden.

Die Kosten für alle Materialien liegen bei rund 700 €. Das Terrarium wurde Ende 2021 gebaut. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Materialien rund 30% teurer als vor der Corona-Pandemie. Dazu mussten wir die Hersteller bzw. Lieferanten wechseln, was ebenfalls einen Preisunterschied zu den bis dahin gebauten und zum Teil in der Rubrik Bauanleitungen vorgestellten Terrarien bedeutete.

Benötigtes Material:

  • Eckverbinder Dreier

    Benötigte Aluprofile, Verbinder und Forexplatten für dieses Terrarium

    8x Eck-3er-Verbinder für 20 x 20 mm (grau)

  • 2x T-Verbinder für 20 x 20 mm (grau)
  • Eckverbinder Zweier4x L-Verbinder flach (grau)
  • Steckverbinder Vierer 2x T-4er-Steckverbinder für 20 x 20 mm (grau)
  • 1x Aluprofil 20 x 20 mm 148 cm lang  (f)
  • 1x Aluprofil 20 x 20 mm 106 cm lang (g)
  • 1x Aluprofil 20 x 20 mm 61 cm lang (h)
  • 2x Aluprofil 20 x 20 mm 142,5 cm lang (Tür)
  • 2x Aluprofil 20 x 20 mm 100,5 cm lang (Tür)
  •  2x Aluprofile mit einem Doppelsteg, 10 mm Nut, 148 cm lang (d)
  •  2x Aluprofile mit einem Doppelsteg, 10 mm Nut, 61 cm lang (i)
  •  2x Aluprofile mit einem Doppelsteg, 10 mm Nut, 106 cm lang (k)
  • 1x Aluprofil mit zwei Doppelstegen, 10 mm Nut, 61 cm lang (m)
  •  1x Aluprofil mit zwei Doppelstegen, 10 mm Nut, 148 cm lang (e)
  •  2x Aluprofil mit zwei Doppelstegen, 10 mm Nut, 61 cm lang (a)
  •  2x Aluprofile mit zwei Doppelstegen, 10 mm Nut, 106 cm lang (b)
  •  4x Aluprofile mit zwei Doppelstegen, 10 mm Nut, 26 cm lang (c)
  • Aluminiumgaze, anthrazit, 5 m à 120 cm Breite
  • knapp 160 Bohrschrauben 4,8 x 16 mm
  • Aufbauskizze

    15 Bohrschrauben diverser Größen mm passend für Griffe und Magnetverschluss

  • 1x Forex, 10 mm dick, weiß, 176 x 106 cm (Rückwand)
  • 1x Forex, 10 mm dick, weiß, 148 x 6 cm (Seitenwand
  • 1x Forex, 10 mm dick, weiß, 106 x 61 cm (Bodenplatte)
  • 2x Forex, 10 mm dick, weiß, 61 x 26 cm (Bodenwanne, Seiten)
  • 1x Forex, 10 mm dick, weiß, 106 x 26 cm (Bodenwanne, vorne)
  • 15 Aluleisten, 15 x 100 cm, 15 oder 20 mm breit, 2 mm dick
  • 1 Aluminiumgriff für die Tür
  • 2 Aushebescharniere für die Tür, 80 x 45 mm
  • Magnetverschluss mit Anschraubplatte
  • Akkubohrer mit passendem Bit für die Bohrschrauben
  • 5er Metallbohrer
  • eine Kartusche Kleber
  • Blechschere
  • kleine Säge

Für die Terrarien-Einrichtung:

Und so wird es zusammengebaut:

Die Hartschaumplatten werden in aller Regel mit ein- oder beidseitig aufgeklebten Schutzfolien geliefert. Diese Schutzfolien müssen abgezogen werden, bevor man die Platten verwendet. Um die Verbinder in die Profile zu schlagen, nimmt man am besten einen Gummihammer und legt eine Decke unter die Profile, damit sie nicht zerkratzen. Man beginnt mit dem Viereck, dass die Bodenplatte hält. Profile a, b und b werden mit zwei Eckverbindern zusammen gesteckt. Dann schiebt man die Bodenplatte hinein. Ein weiteres Profil a wird mit zwei Eckverbindern versehen und kann dann in den schon fertigen Bodenteil geschoben werden. Die Bodenplatte muss jetzt in allen Nuten fest sitzen. Die Verbinder dürfen keine Lücken zu den Profilen aufweisen.

Nach diesem Prinzip arbeitet man sich nach und nach weiter nach oben wie in den Bildern gezeigt. Immer drei Profile zusammensetzen, Platte hinein, viertes Profil mit dazu gehörigen Verbindern drauf. Als Hilfe kann die Aufbauskizze oben genutzt werden. Schließlich sollte das Aluprofil- und Plattengerüst des Außengeheges stehen und aussehen wie im letzten Foto rechts über diesem Absatz. Die Aluprofile, die später die Türen ergeben, werden mit den L-Verbindern zu einem viereckigen Rahmen zusammengesetzt.

Nun geht es an die Befestigung der Aluminiumgaze. Mit der Blechschere schneidet man die Gaze so zu, dass man etwa 10 cm Überstand an jeder Seite hat. Ein Gazeteil für den Deckel, eins für die rechte Seite, eines für die Tür. Dann müssen die Aluleisten zugeschnitten und vorgebohrt werden, mit denen die Gaze am Alugerüst befestigt wird. Am einfachsten ist es, die Leisten probeweise auf das Alugerüst aufzulegen und mit dem Stift zu markieren, wo gesägt werden muss. Im Abstand von etwa 10 cm werden mit einem 5er Metallbohrer Löcher vorgebohrt. Dann geht es an das Anbringen. Der Deckel ist am einfachsten. Die Alugaze wird aufgelegt. Man beginnt mit einer der schmaleren Seiten. Kleber wird auf die Alugaze direkt über dem Aluprofil aufgetragen, dann wird die passende Aluleiste mit den Vorbohrungen darauf gedrückt. Mit den Bohrschrauben befestigt man die Aluleiste am darunter liegenden Aluprofil. Die Bohrschrauben kann man ohne Vorbohren in den Aluprofilen versenken. Nach dem gleichen Prinzip werden die beiden langen Seiten nun befestigt. Dafür sollte eine zweite Person die Alugaze spannen, also so halten, dass keine großen Wellen in der Gaze entstehen. Gegebenenfalls kann man die Alugaze auch mit Klemmen vorspannen. Genauso befestigt man die vorgeschnittenen Gazeteile an der Seite und im Türrahmen. Überstehende Reste schneidet man mit dem Cutter entlang der Aluleisten ab.

Um die Türen anzubringen, befestigt man rechts am Aluprofil des Türrahmens die beiden unteren Scharnierteile mittels Bohrschrauben. Bei diesem Terrarium sind die Türscharniere etwa 30 cm von oberen Rand des Terrariums und genauso weit vom Rand der Bodenwanne angebracht. Dann legt man ein Stück Pappe oder zwei Reste der verwendeten Aluleisten mit 4 mm Höhe unten auf den Türrahmen, gegebenenfalls befestigt mit etwas Malerkreppband. Dieser Abstandshalter sorgt beim Anbringen der Tür dafür, dass die Tür später nicht auf dem Rahmen aufsetzt, sondern „frei schwebt“. Die Türteile der Scharniere werden eingesetzt, die Tür im Rahmen gehalten und die Bohrungen mit einem Stift angemalt. Dann nimmt man die Tür wieder aus dem Rahmen und legt sie auf den Boden, um die Scharnierteile mit den Bohrschrauben anzubringen. Wichtig: Die Scharniere kommen auf die Seite, auf der die Bohrschrauben der Gaze-Befestigung nicht sind. Der Abstandshalter kann nun wieder aus dem Rahmen entfernt werden. Die fertige Tür wird eingesetzt, indem man sie im 90°-Winkel zum Rahmen hält („maximal offene Tür“) und in die Scharniere einsetzt. Der Türgriff wird auf einer Höhe von etwa 110 cm vom Boden aus mit Bohrschrauben befestigt.

Damit die Tür nicht nach innen durchschlägt, befestigt man innen am unteren Rand einen kleinen Stopper. Hier besteht der einfach aus einem Stück Aluleiste, das mit einer Bohrschraube angebracht ist. Da die Aluleisten, der Kleber und die Gaze die Profile der Tür um einige Millimeter dicker machen, sind entsprechend Trennscheiben untergelegt. Nutzt man keine, steht der Rahmen der geschlossenen Tür ein paar Millimeter aus dem Türrahmen heraus. Oben links am Türrahmen befestigt man außerdem den Magnetverschluss. Als Gegenstück für den Magneten dient eine der sowieso in der Tür verbauten Bohrschrauben. So weit, so gut. Das Terrarium steht.

Einrichtung des Terrariums

Um die Bodenwanne abzudichten, verwenden wir 0,5 mm dicke Teichfolie. Die Teichfolie wird auf 160 x 120 cm zugeschnitten und passend gefaltet. Das ist am Anfang ein bisschen kniffelig. Die Folie lässt sich aber sehr leicht mit einem Cuttermesser zuschneiden, wo zu viel übersteht. Ein Akku-Tacker befestigt die Teichfolie in der Bodenwanne.

Dann geht es an die Rückwände. Verwendet wird dunkler Presskork mit 100 x 50 cm Größe, den man mit der Stichsäge passend zuschneiden kann. Da Kork generell dazu neigt, sich mit der Zeit zu wellen und vom Untergrund zu lösen, werden die Korkplatten mit Silikon angeklebt und zusätzlich mit 3 cm langen Schrauben im Forex befestigt. Die sichtbaren Schraubenköpfe und Unterlegscheiben werden hinterher mit einem Lackstift der Farbe des Korks angepasst.

Anschließend werden etwa 200 l Pflanzen- und Blumenerde schichtweise eingefüllt. Ganz oben folgen zwei Eimern Walderde samt aller darin enthaltenen Kleinstbewohner. Auf eine Drainage wird hier verzichtet. Ein Teil im vorderen Bereich des Terrariums wird mit nicht-parfümiertem Spielsand befüllt, um einem Chamäleonweibchen einen möglichst praktischen Platz zum Vergraben ihrer Eier anzubieten. Die von uns verwendeten Äste stammen von einem alten Holunder, einer Buche und einem Walnussbaum. Links im Boden ist ein Gummibaum (Ficus benjamina) eingepflanzt. An die Rückwände werden 15×13,9 cm Blumentöpfe mit 3 cm langen Schrauben angebracht. In diesen Töpfen sitzen dann eine Korbmaranthe (Calathea rufibarba), ein Asparagus densiflorus sowie zwei Schwertfarne (Nephrolepis exaltata). Hängend ist noch zusätzlich ein Fensterblatt (Monstera deliciosa) angebracht. Zum Schluss wurde noch zwei Eimer Laub (Walnuss, Buche, Holunder und Kirsche) eingefüllt. Sicherlich muss das gesamte Terrarium noch deutlich grüner werden. Auch Äste werden während der mehrwöchigen Einlaufzeit noch mehr hinzugefügt. Wir werden gerne zu einem späteren Zeitpunkt den aktuellen Stand des Terrariums hier dokumentieren.

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