Calumma emelinae

Calumma emelinae, male, 2018
Calumma emelinae, male, 2018
Calumma emelinae, female, 2018
Calumma emelinae, female, 2018
Calumma emelinae juvenile, Moramanga, 2020
Calumma emelinae female, Moramanga, 2020
Calumma emelinae, male, 2018
Calumma emelinae, male, 2018
CITES-Quoten
kein legaler Export möglich

Erstbeschreibung:

Prötzel, Scherz, Ratsoavina, Vences & Glaw, 2020

Herkunft des Artnamens:

David Prötzel, Mark D. Scherz und Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung München, Fanomezana M. Ratsoavina von der Universität von Antananarivo (Madagaskar) sowie Miguel Vences vom Zoologischen Institut der TU Braunschweig benannten die Art auf Wunsch des Indonesiers Wewin Tjiasmanto nach dessen Mutter, Emelina Widjojo. Tjiasmanto hatte über das Projekt BIOPAT eine Patenschaft für eine Chamäleonart übernommen. Dabei zahlt der jeweilige Pate für eine Patenschaft ab 2600 € aufwärts. Das Geld wird ausschließlich zur Unterstützung wissenschaftlicher Forschungsprojekte verwendet. Im Gegenzug darf der Pate einer neu entdeckten Pflanzen- oder Tierart seiner Wahl einen Wunschnamen verleihen.

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Calumma emelinae

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Makira Massif: -15.423038, 49.540787
Andasibe: -18.938763, 48.432541
Vohidrazana: -19.003579, 48.509445
Ambodisakoa: -17.306527, 48.641624
Moramanga: -18.947100, 48.230400
Vohimana: -18.897679, 48.485584

Verbreitung:

Calumma emelinae ist aus verschiedenen über 750 m über Meeresniveau gelegenen Regenwald-Resten der Ostküste Madagaskars bekannt. Die bisherigen Fundorte liegen zwischen Anosibe an’Ala im zentralen Osten und dem See Alaotra, einem der wichtigsten Anbaugebiete für Reis. Wir haben die Art bisher stets in einem kleinen Wald nahe Moramanga sowie sehr häufig in Andasibe und Vohimana gefunden. Tatsächlich kommt Calumma emelinae nach Sichtung unserer Fotos der letzten Jahre im berühmtesten Nationalpark Madagaskars, Andasibe-Mantadia, bei Weitem öfter vor als das bis mit dieser Art lange verwechselte Calumma nasutum. Eine weitere Population von Calumma emelinae lebt in der Region des Makira-Plateaus im Norden Madagaskars. Da es für Reisende weitestgehend unzugänglich ist, gibt es von dort bisher kaum Aufnahmen.

Aussehen und Größe:

Jungtier von Calumma emelinae auf einem Finger

Calumma emelinae wird nicht besonders groß. Mit nur 8,3 bis 10,3 cm von der Nasen- bis zur Schwanzspitze ist diese Art bereits ausgewachsen. Beide Geschlechter tragen einen runden Nasenfortsatz, der bei den Weibchen jedoch kleiner ausfällt als bei den Männchen. Die rostrale Schuppe direkt unter der Nase ist bei Calumma emelinae nicht in den Nasenfortsatz selbst integriert. Bei den Männchen ist der Helm sehr niedrig (nur 0,5-1,1 mm), dafür tragen sie meist einen Dorsalkamm von sieben bis zehn Kegelschuppen (die Anzahl variiert). Die Weibchen tragen keinen Dorsalkamm. Farblich sind die Männchen von Calumma emelinae hübscher als die Weibchen: Sie sind hellgrün-grau marmoriert mit weißem Lateralstreifen, die Arme und Beine tragen ein markanteres Grün. Die Weibchen sind grau-weiß mit hellgrünen Flecken, wodurch vor allem Arme, Beine und Kopf sehr grün wirken. Der Nasenfortsatz kann bei den Weibchen ein paar hellblaue Schuppen tragen.

 

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Durchschnittl. Temperatur 23 24 23 23 22 19 19 19 20 21 22 23
Minimale Temperatur 20 20 20 19 18 15 15 15 15 16 18 19
Maximale Temperatur 27 27 27 27 25 23 23 23 24 25 26 27
Regentage 27 24 19 17 18 21 20 15 16 20 25 26

Die angegebenen Daten wurden von uns innerhalb mehrerer Jahre mit Thermo- und Hygrometern direkt an den Fundorten der Tiere gemessen und zusammengetragen. "Durchschnittliche Temperatur" bedeutet, dass die Werte eines gesamten Monats zu einem Durchschnittswert berechnet wurden, z.B. wurden alle gemessenen Minimalwerte eines Monats zu einem durchschnittlichen Minimalwert für Februar berechnet. Das bedeutet im Klartext, dass einzelne Spitzenwerte eines Tages deutlich höher oder niedriger als die durchschnittlichen Minimal- und Maximalwerte liegen können. Es ist also möglich, dass zwar das durchschnittliche Maximum bei 29 Grad liegt, es aber an einigen Tagen des Monats 33°C oder gar 35°C warm war.

Die Region um Andasibe mit den dazugehörigen Wäldern Mantadia und Analamazaotra liegen im östlichen Hochland Madagaskars auf Höhen zwiscen 900 und 1250 m über Meeresniveau. Es wird deshalb tagsüber zwar mal über 25°C warm, über die 30°-Grenze klettert das Thermometer aber eher selten oder nur in Sonnenflecken. Nachts fallen die Temperaturen immer tief in den Keller. 10° bis 15° Grad sind die Regel.

Die Luftfeuchtigkeit in den Regenwäldern um Andasibe ist das ganze Jahr über hoch. Während der Regenzeit regnet es täglich ausgiebig, manchmal hält der Regen über Tage an. Aber auch die Trockenzeit unterscheidet sich nicht massiv, außer dass sie etwas kühlere Temperaturen aufweist. Es regnet trotzdem mindestens jeden zweiten Tag, eher öfter. Regen, hohe Luftfeuchtigkeit und nächtlicher Temperatursturz sind daher die zentralen Punkte im Klima Andasibes.

2014 UVI Andasibe 2016 UVI Andasibe

Die UVB-Daten wurden mit einem Solarmeter 6.5 im Frühjahr (März, April) zur höchsten Aktivitätszeit der Chamäleons gemessen. Gemessen wurden jeweils maximal für das Chamäleon zu erreichende Werte im Habitat.

Leider sind noch keine Bodentemperaturen für die Region Andasibe verfügbar.

Habitat:

Die folgenden Fotos zeigen Ausschnitte aus dem Habitat von Calumma emelinae zur Regenzeit nahe Moramanga. Es handelt sich hier um ein winziges Regenwald-Fragment, das fast ausschließlich an Sekundärvegetation angrenzt und sehr stark von Abholzung bedroht ist. Die Chamäleons leben jedoch nur innerhalb des intakten Waldes und sind nicht außerhalb an Rändern von Reisfeldern oder ähnlichem zu finden.  Calumma emelinae versteckt sich sehr gut in dichtem Gebüsch und lebt gerne weit oben in den Bäumen. Die übrigen Fotos zeigen Ausschnitte aus dem Habitat der Art im Regenwald von Analamazaotra.

Im Folgenden findest du einige 360°-Bilder aus Analamazaotra. Mit der Maus kann man sich darin in alle Richtungen drehen. Wenn man auf das Theta-Logo klickt, öffnen sich die Bilder in vergrößerter Ansicht in einem eigenen Fenster. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Bilder im Vollbildmodus auszuführen. Viel Spaß beim Anschauen!

Regenwald im Nationalpark Andasibe-Mantadia, Region Alaotra-Mangoro, Madagaskar, April 2018 – Spherical Image – RICOH THETA

 

Regenwald im Nationalpark Andasibe-Mantadia, Region Alaotra-Mangoro, Madagaskar, April 2018 – Spherical Image – RICOH THETA

 

Regenwald im Nationalpark Andasibe-Mantadia, Region Alaotra-Mangoro, Madagaskar, April 2018 – Spherical Image – RICOH THETA

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