Calumma nasutum

Calumma nasutum
Calumma nasutum, Andasibe, 2014 (1)
Calumma nasutum, Anlamazaotra, female, 2014 (1)
Calumma nasutum
Calumma nasutum
CITES-Quoten
2011-13 keine Tiere, 2014-16 je 1000 Tiere, 2017 erstmals 2000 Tiere, 2018-2020 je 1000 Tiere für den legalen Export frei

Erstbeschreibung:

(Duméril & Bibron, 1836)

Herkunft des Artnamens:

Der Zoologe André Marie Constant Duméril, damals Leiter der Herpetologie am Naturhistorischen Museum von Paris (Frankreich), benannte zusammen mit seinem Assistenten Gabriel Bibron diese Chamäleonart nach ihrer auffälligen Nase.

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Calumma nasutum

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Analamazaotra: -18.933811, 48.431683
Maromizaha: -18.966526, 48.478374
Mitsinjo: -18.916030, 48.436661
Mantadia: -18.813368, 48.478546
Tarzanville: -19.180841, 48.218651
Sorata Massif: -13.669762, 49.409637

Verbreitung:

Das Verbreitungsgebiet von Calumma nasutum beschränkt sich vor allem auf die Region rund um den Nationalpark Andasibe-Mantadia im östlichen Hochland Madagaskars. Seit der Revision 2020 (siehe „Besonderheiten“) ist klar, dass die Art deutlich seltener ist als das ebenfalls in dieser Gegend vorkommende Calumma cf. radamanus. Eine zweite Population von Calumma nasutum kommt im Norden Madagaskars im Sorata-Massif vor. Dieses Gebiet ist für Reisende weitestgehend unzugänglich, so dass es kaum Fundmeldungen von dort gibt.

Aussehen und Größe:

Calumma nasutum zählt zu den kleinen Chamäleons und ist mit einer Gesamtkörperlänge von acht bis zehn Zentimeter ein echter Winzling. Die Tiere haben einen runden, elastischen Nasenfortsatz, der bei den Männchen deutlicher ausgeprägt ist. Die rostrale Schuppe direkt unter dem Nasenfortsatz ist nicht in den Nasenfortsatz selbst integriert. Der Temporalkamm besteht nur aus einem einzigen Tuberkel. Ob Männchen einen Dorsalkamm zeigen oder nicht, variiert innerhalb der Art. Auffallend ist bei den Männchen von Calumma nasutum der hohe Helm (1,5-2 mm), der dem von Calumma fallax sehr ähnelt. Die Schuppen an Armen und Beinen sind etwas größer als die am Körper.

Die Färbung der Männchen beschränkt sich vor allem auf Beige am Körper und einem hellem Grün an Kopf, Armen und Beinen. Die Weibchen sind etwas unscheibarer hellbeige gefärbt. Bei Erregung können Calumma nasutum ganz leicht sichtbare, türkisblaue Bänder am Körper zeigen.

Besonderheiten:

Calumma nasutum ist die namensgebende Chamäleon-Art der sogenannten nasutum-Gruppe. Zu dieser Gruppe zählen eine Vielzahl kleiner Chamäleons aus Madagaskar mit weichem Nasenfortsatz. Erst 2020 wurde von Prötzel, Scherz et al. Calumma nasutum genauer definiert, so dass Verbreitung und Aussehen wie hier beschrieben festgelegt sind. Die bis 2020 überall auf Madagaskar als Calumma nasutum beschriebenen Tiere fallen zu einem sehr großen Teil heute Calumma radamanus und der gleichnamigen radamanus-Gruppe zu. Letztere beinhaltet noch viele unbeschriebene Arten. Durch die jahrelange Problematik der fehlenden genetischen Differenzierung verschiedener Arten wurden seit 2014 unter dem Namen Calumma nasutum unzählige Chamäleons exportiert, die überhaupt keine Calumma nasutum sind, sondern andere Chamäleon-Arten.

 

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Durchschnittl. Temperatur 23 24 23 23 22 19 19 19 20 21 22 23
Minimale Temperatur 20 20 20 19 18 15 15 15 15 16 18 19
Maximale Temperatur 27 27 27 27 25 23 23 23 24 25 26 27
Regentage 27 24 19 17 18 21 20 15 16 20 25

Die angegebenen Daten wurden von uns innerhalb mehrerer Jahre mit Thermo- und Hygrometern direkt an den Fundorten der Tiere gemessen und zusammengetragen. "Durchschnittliche Temperatur" bedeutet, dass die Werte eines gesamten Monats zu einem Durchschnittswert berechnet wurden, z.B. wurden alle gemessenen Minimalwerte eines Monats zu einem durchschnittlichen Minimalwert für Februar berechnet. Das bedeutet im Klartext, dass einzelne Spitzenwerte eines Tages deutlich höher oder niedriger als die durchschnittlichen Minimal- und Maximalwerte liegen können. Es ist also möglich, dass zwar das durchschnittliche Maximum bei 29 Grad liegt, es aber an einigen Tagen des Monats 33°C oder gar 35°C warm war.

Die Region um Andasibe mit den dazugehörigen Wäldern Mantadia und Analamazaotra liegen im östlichen Hochland Madagaskars auf Höhen zwiscen 900 und 1250 m über Meeresniveau. Es wird deshalb tagsüber zwar mal über 25°C warm, über die 30°-Grenze klettert das Thermometer aber eher selten oder nur in Sonnenflecken. Nachts fallen die Temperaturen immer tief in den Keller. 10° bis 15° Grad sind die Regel.

Die Luftfeuchtigkeit in den Regenwäldern um Andasibe ist das ganze Jahr über hoch. Während der Regenzeit regnet es täglich ausgiebig, manchmal hält der Regen über Tage an. Aber auch die Trockenzeit unterscheidet sich nicht massiv, außer dass sie etwas kühlere Temperaturen aufweist. Es regnet trotzdem mindestens jeden zweiten Tag, eher öfter. Regen, hohe Luftfeuchtigkeit und nächtlicher Temperatursturz sind daher die zentralen Punkte im Klima Andasibes.

2014 UVI Andasibe 2016 UVI Andasibe

Die UVB-Daten wurden mit einem Solarmeter 6.5 im Frühjahr (März, April) zur höchsten Aktivitätszeit der Chamäleons gemessen. Gemessen wurden jeweils maximal für das Chamäleon zu erreichende Werte im Habitat.

Leider sind noch keine Bodentemperaturen für die Region Andasibe verfügbar.

Habitat:

Die folgenden Fotos zeigen Ausschnitte aus dem Habitat von Calumma nasutum in Andasibe, Analamazaotra und Maromizaha. Sie bewohnen dünne Bäumchen, Sträucher und Gebüsch, aber auch dicke Lianen im dichten Regenwald. Nur sehr selten sind sie in offenem Gelände zu finden, sie bevorzugen ein dichtes Blattwerk und tiefen Regenwald.

Im Folgenden findest du einige 360°-Bilder aus Analamazaotra. Mit der Maus kann man sich darin in alle Richtungen drehen. Wenn man auf das Theta-Logo klickt, öffnen sich die Bilder in vergrößerter Ansicht in einem eigenen Fenster. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Bilder im Vollbildmodus auszuführen. Viel Spaß beim Anschauen!

Regenwald im Nationalpark Andasibe-Mantadia, Region Alaotra-Mangoro, Madagaskar, April 2018 – Spherical Image – RICOH THETA

 

Regenwald im Nationalpark Andasibe-Mantadia, Region Alaotra-Mangoro, Madagaskar, April 2018 – Spherical Image – RICOH THETA

 

Regenwald im Nationalpark Andasibe-Mantadia, Region Alaotra-Mangoro, Madagaskar, April 2018 – Spherical Image – RICOH THETA

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