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Verbrennungen

Verbrennungen gehören in der Terraristik zu den häufigsten Verletzungen. Meist handelt es sich um Folgen unzureichender Haltung. Typische Stellen für Verbrennungen bei Chamäleons sind der Rückenkamm, die Oberarme und –schenkel sowie der Bauch.

Wie entsteht eine Verbrennung?

Eine Verbrennung ist eine Beschädigung der Haut durch zu große Einwirkung von Hitze oder kurzwellige UVB-Strahlen. Beides zerstört Hautgewebe, was zu einer örtlich begrenzten Entzündung führt. Solange nicht Nervenenden ebenfalls mit verbrannt sind, ist die daraus hervorgehende Wunde sehr schmerzhaft für das Chamäleon. Zuerst verfärbt sich das betroffene Hautgewebe schwarz. Sind tiefere Hautschichten betroffen und zerstört, wird es vom Körper abgestoßen. Es fällt als ledrige Kruste nach einiger Zeit ab und hinterlässt druckempfindliches, schimmerndes rosa oder fast weißes Narbengewebe.

Warum merken Chamäleons nicht, dass sie sich verbrennen?

In der Natur gibt es keine Verbrennungen bei Chamäleons durch die Sonne. In der Terraristik jedoch müssen wir das Tageslicht und insbesondere UVB-Strahlung durch Lampen kompensieren. Diese können nie das Sonnenlicht imitieren, geben teils kurzwelligere (schädliche) UVB-Strahlen ab, fokussieren Strahlung enorm auf einen Punkt oder geben die verschiedenen Spektren in anderen Verhältnissen als die Sonne wieder. Das Chamäleon sucht zum Aufwärmen den hellsten und wärmsten Platz auf, um „Sonne zu tanken“ – das tut es auch im Terrarium und geht dazu so nahe heran, wie es kann. Wie beim Sonnenbrand bei uns Menschen merkt das Chamäleon während des Sonnens nicht, dass es sich selbst verletzt. Es ist darauf auch einfach nicht eingestellt – so etwas passiert in der Natur nicht!Oft fehlt auch ein Temperaturgefälle, so dass das Chamäleon nicht auf warme, aber schattige Plätze ausweichen kann und letztlich einfach viel zu lange am einzigen warmen Platz im Terrarium sitzen bleibt.

Der Mindestabstand zur Lampe muss von der Gaze bis zum Leuchtmittel gemessen werden, NICHT bis zum Sonnenplatz.

Haltungsmängel als Ursachen

  • Lampen innerhalb des Terrarium angebracht:

    Leuchtmittel für Chamäleonterrarien gehören niemals innerhalb des Terrariums selbst angebracht, sondern immer durch einen Gazedeckel getrennt darüber. Chamäleons sind sehr findig und kletterfreudig. Sie sollten keinesfalls in ihrem Geschick, auch an vermeintlich unerreichbare Stellen zu gelangen, unterschätzt werden. Ein Chamäleon wird früher oder später an jede Lampe gelangen, die sich innerhalb seines Terrariums befindet. Auch sogenannte „basking cages“, Drahtkäfige, bieten keinen ausreichenden Schutz. Chamäleons suchen – wie schon gesagt – stets den hellsten und wärmsten Platz auf, um sich aufzuwärmen und machen dabei auch vor heißen Lampen nicht Halt.

  • Lampen zu dicht über der Gaze angebracht:
    Auch außerhalb des Terrariums angebracht können Lampen noch zu Verbrennungen führen. Einige UVB-Lampen benötigen einen bestimmten Sicherheitsabstand, um sie gefahrlos einsetzen können (z.B. Lucky Reptile BrightSun 70 W mindestens 30 cm, Osram Vitalux 300W mindestens 80cm). Dieser Abstand sollte stets vom unteren Ende des Leuchtmittels selbst bis zur Gaze im Deckel des Terrariums gemessen werden. Chamäleons klettern auch mal kopfüber an der Gaze entlang, wodurch bei falsch angebrachten Lampen die typischen Verbrennungen am Bauch entstehen.
  • Falsche Lampen:
    Einige im Zoohandel erhältliche Lampen sind zur Beleuchtung von Chamäleonterrarien grundsätzlich nicht geeignet (z.B. Kompaktlampen), da sie oft zu kurzwellige UVB-Strahlung abgeben.

Folgen

alte Verbrennungsnarbe bei Furcifer pardalis

alte Verbrennungsnarbe bei Furcifer pardalis

Abgeheilte Verbrennungen hinterlassen Narben, die über Jahre sichtbar bleiben. Dabei zerstörte Teile des Rückenkamms oder Helms wachsen nicht nach. Stirbt Hautgewebe, z.B. an der Schwanzspitze, ab und infiziert sich bakteriell, kann dies dazu führen, dass das abgestorbene Gewebe sich regelrecht „weiterfrisst“ und noch größere Wunden verursacht. Starke Verbrennungen, die einen Großteil des Körpers betreffen, können ähnlich starken Erfrierungen sogar zum Schock und damit zum Zusammenbruch des Kreislaufs führen.

Therapie

Ein Chamäleon mit frischer Brandverletzung sollte zum reptilienkundigen Tierarzt gebracht werden. Dort kann die Wunde genau angeschaut und die passende Behandlung eingeleitet werden. Je nach Schwere der Verbrennung muss eventuell abgestorbenes Gewebe abgetragen, die Wunde aufgefrischt oder eine schon vorhandene Infektion behandelt werden. Unbehandelte Verbrennungen sind Eintrittspforten für viele Bakterien und Pilze, die im zerstörten Gewebe einen perfekten Nährboden finden und sich dann über die Haut ausbreiten können.

Bitte zu Hause nicht irgendwelche Cremes, Öle, Vaseline, Kamillentee oder sonstiges auf die Wunden schmieren! Viele „Hausmittel“ können die Abheilung verzögern und sorgen im schlechtesten Fall dafür, dass die Wunde gereizt wird oder sich infiziert.