Calumma radamanus

Calumma radamanus, Nosy Mangabe 2015
Calumma radamanus, Nosy Mangabe 2015
Calumma radamanus, Nosy Mangabe 2015
Calumma radamanus, Nosy Mangabe 2015
CITES-Quoten
kein legaler Export möglich

Erstbeschreibung:

(Mertens, 1933)

Herkunft des Artnamens:

Der deutsche Biologe Robert Friedrich Wilhelm Mertens, später Direktor des Forschungsinstitutes und Naturmuseums Senckenberg in Frankfurt am Main, benannte diese Chamäleonart nach ihrem Fundort, dem Col de Pierre Radama, einem Ort nördlich der Bucht von Antongil. Heute gibt es diesen Ort auf Madagaskar nicht mehr. Er wurde jedoch vermutlich nach König Radama I., einem der berühmtesten Könige der Volksgruppe der Merina, benannt. Das Chamäleon, was Mertens beschrieb, stammte von einer Madagaskar-Expedition des Schweizer Anatomen Hans Bluntschli 1931.

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Calumma radamanus

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Ambaton d’Radama: -15.274912, 49.733734
Nosy Mangabe: -15.495700, 49.767700
Makira Massif: -15.372922, 49.667130
Masoala: -15.506619, 50.169067
Tampolo: -15.723284, 49.993286

Verbreitung:

Calumma radamanus ist nur aus Regenwäldern rund um die Bucht von Antongil im Nordosten Madagaskars beheimatet. Dazu gehört der Nationalpark Masoala mit der dazugehörigen, paradiesischen Insel Nosy Mangabe sowie die nahen Wälder von Tampolo und Analalava. Auch das nahe gelegene Makira-Massif gehört zur Heimat von Calumma radamanus. Aus anderen Gegenden Madagaskars sind ähnlich aussehende Chamäleon-Arten genannt, die sich jedoch genetisch von Calumma radamanus unterscheiden und deshalb bis zu ihrer endgültigen taxonomischen Einordnung als Calumma cf. radamanus gelten.

Aussehen und Größe:

Calumma radamanus gehört zu den kleinen Chamäleons mit einer Gesamtlänge von 7,7 bis 9,3 cm. Beide Geschlechter tragen einen runden, nach unten gerichteten Nasenfortsatz. Die rostrale Schuppe direkt unter der Nase ist bei dieser Art in den Nasenfortsatz integriert. Die Männchen von Calumma radamanus tragen einen kleinen Helm, der sich aber nicht wesentlich abhebt (nur 0,8-1,5 mm).  Manche Männchen tragen sechs bis acht Kegelschuppen auf dem Rücken. Die Körperfarbe ist bei den Männchen beige mit grünlichen Schuppen, einem weißen Lateralstreifen und drei blauen Flecken auf der Körperseite. Die Nase ist häufig türkis gefärbt. Die Weibchen sind häufig einfach beige gefärbt. Viele Calumma radamanus haben einen dunklen Streifen, der von der Nase über die Augenlider zum Helm verläuft.

Besonderheiten:

Bis 2020 zählte diese Art und ähnlich aussehende Chamäleons zu Calumma cf. nasutum (cf. = confer = vergleiche; bezeichnet eine ähnliche Art, von der man aber bereits weiß, dass es nicht exakt die nach dem cf. genannte Art ist). Erst 2020 wurde von Prötzel, Scherz et al. Calumma nasutum genauer definiert und Calumma radamanus revidiert. Es gibt auf ganz Madagaskar noch unzählige, sehr ähnlich aussehende Arten, die als Calumma cf. radamanus gelten und wahrscheinlich etliche, noch unbeschriebene, eigene Chamäleon-Arten beinhalten. Durch die jahrelange Problematik der fehlenden genetischen Differenzierung verschiedener Arten wurden seit 2014 unter dem Namen Calumma nasutum unzählige Chamäleons exportiert, die zu Calumma radamanus oder Calumma cf. radamanus zählen. Calumma nasutum hat eine CITES-Quote für den legalen Export, Calumma radamanus jedoch eigentlich nicht.

 

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Durchschnittl. Temperatur 24 25 24 24 23 21 20 20 21 22 23 24
Minimale Temperatur 20 21 20 20 18 17 16 16 17 17 19 20
Maximale Temperatur 28 29 28 28 27 25 25 25 25 27 27 28
Regentage 26 23 25 19 17 18 21 21 16 17 20 24

Die angegebenen Daten wurden von uns innerhalb mehrerer Jahre mit Thermo- und Hygrometern direkt an den Fundorten der Tiere gemessen und zusammengetragen. "Durchschnittliche Temperatur" bedeutet, dass die Werte eines gesamten Monats zu einem Durchschnittswert berechnet wurden, z.B. wurden alle gemessenen Minimalwerte eines Monats zu einem durchschnittlichen Minimalwert für Februar berechnet. Das bedeutet im Klartext, dass einzelne Spitzenwerte eines Tages deutlich höher oder niedriger als die durchschnittlichen Minimal- und Maximalwerte liegen können. Es ist also möglich, dass zwar das durchschnittliche Maximum bei 29 Grad liegt, es aber an einigen Tagen des Monats 33°C oder gar 35°C warm war.

Das Klima auf Nosy Mangabe ist vor allem sehr feucht. Es regnet das ganze Jahr über mit besonders intensiven Niederschlägen während der Regenzeit. Der Regenwald auf der Insel reicht bis zum Strand, und ist durch die Isolation als Insel alt, mit riesigen Bäumen und viel Unterholz.

Die Temperaturen auf Nosy Mangabe sind das ganze Jahr über recht ähnlich mit nur kleinen Schwankungen. DIe Temperaturen gehen tagsüber an die 25°C und erreichen in der Regenzeit auch mal die 30°C. Dafür wird es in der Trockenzeit ein wenig kühler, allerdings nur wenige Grad: Mit 25°C tagsüber bleibt es immernoch recht warm. Nachts gehen die Temperaturen auf der Insel in der Regel nur um wenige Grad herunter.

2015 UVI Nosy Mangabe

Die UVB-Daten wurden mit einem Solarmeter 6.5 im Frühjahr (Ende März) zur höchsten Aktivitätszeit der Chamäleons gemessen. Gemessen wurden jeweils maximal für das Chamäleon zu erreichende Werte im Habitat.

Leider sind noch keine Bodentemperaturen für Nosy Mangabe verfügbar.

Habitat:

Die folgenden Fotos zeigen Ausschnitte aus dem Habitat von Calumma radamanus zur Regenzeit in Masoala und auf Nosy Mangabe. In beiden Regionen herrscht noch intakter Regenwald vor, der an den Rändern jedoch von Sekundärvegetation begrenzt wird. Calumma radamanus findet man vor allem direkt im Regenwald, in geschlossenen Waldstücken mit sehr viel Unterholz.  Die Tiere bevorzugen Gebüsch und Bäumchen mit sehr dünnen, schmalen Ästchen und vielen kleinen Blättern.

 

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