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Wildfang oder Nachzucht?

Furcifer pardalis aus Ambanja, Männchen, 2017
Brookesia stumpffi aus Nosy Be
Furcifer lateralis
Calumma parsonii yellow giant aus Vohimana

Wer ein Chamäleon kaufen möchte, steht früher oder später vor der Wahl, ob er sich für eine Nachzucht (NZ) oder einen Wildfang (WF) entscheiden will. Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass kontrollierten Nachzuchten stets der Vorzug gegeben werden sollte. Inzwischen sind viele verschiedene Arten regulär als Nachzucht in Deutschland erhältlich.

Wildfänge

Wildfänge sind auf Grund des langen Transportwegs und der in aller Regel sehr suboptimalen Unterbringung (meist Beutel mit mehreren Tieren oder enge Schubfächer) geschwächt und oft in schlechtem Zustand, wenn sie in Deutschland eintreffen. Fast immer sind sie mit Parasiten infiziert, haben teils Verletzungen, sind dehydriert und unbekannten Alters. Bei den Importen sterben immer noch Chamäleon. Dies sollte nicht unterstützt werden, wenn nicht zwingend nötig. Leider gibt es bisher nur wenig umsetzbare Möglichkeiten, Wildfänge chamäleongerecht zu importieren. Übrigens: Für irgendeine Form höheren Umweltbewusstseins oder gar „Artenschutz im Kleinen“ sorgt der Fang wilder Chamäleons auf Madagaskar nicht. Die Tierfänger stammen in der Regel aus extrem armen Familien, verdienen weniger als 0,25 € pro Tag, genießen kein soziales Ansehen und wissen meist nicht einmal, was Artenschutz ist.

Ein weiteres Problem bei Wildfängen ist, dass immer wieder Arten ohne CITES-Quoten importiert werden, die nie Papiere hätten bekommen dürfen. Das liegt bei einigen Arten an der leichten Verwechslung mit ähnlichen Arten oder daran, dass sie bis vor einigen Jahren noch zu anderen Arten gezählt wurden. Zum Teil werden Chamäleons aber sicherlich auch bewusst illegal unter falschem Artnamen exportiert. Von einigen Großhändlern außerhalb der EU ist bekannt, dass ihre „Nachzuchten“ tatsächlich illegale Wildfänge mit von offiziellen Behörden gefälschten Papieren sind. Gerade beim Kauf wenig nachgezogener Chamäleonarten sollte man daher besondere Vorsicht walten und von Tieren zweifelhafter Herkunft lieber die Finger lassen.

Besonders bei seltener in der Terraristik gehaltene Chamäleon-Arten werden nur wenige Nachzuchten angeboten, und man ist früher oder später gezwungen, einen Wildfang zu erwerben. Solche Arten sollten unserer Meinung nach grundsätzlich nur von sehr erfahrenen, langjährigen Chamäleonhaltern gekauft und gepflegt werden. Somit haben die Tiere die höchste Chance, sich erfolgreich zu vermehren und den Grundstock einer stabilen Population in der Terraristik zu bilden. Außerdem sollte man sich mit Hilfe der CITES-Quoten und der aktuellen Gesetzeslage innerhalb Deutschlands und der EU darüber informieren, ob die gewünschte Art überhaupt legal erworben werden kann. Unsere Website hilft bei der Klärung, ob die Tiere möglicherweise nur in Schutzgebieten vorkommen, aus denen sie nicht legal entnommen werden dürfen. Wer illegalen Handel mit Chamäleons unterstützt, unterstützt damit auch das Artensterben auf Madagaskar.

Nachzuchten

Nachzuchten dagegen sind unter bekannten Bedingungen aufgezogen worden, sind stabil, das Alter ist klar, die Elterntiere können angeschaut werden und im besten Fall reduzieren mehrere vom reptilienkundigen Tierarzt untersuchte Kotproben die Wahrscheinlichkeit eines Parasitenbefalls. Dazu sind die Transportwege deutlich kürzer. Meist kann man den Züchter persönlich kennenlernen und sich davon überzeugen, dass die Chamäleons vor dem Kauf gut gehalten wurden.

Was ist mit Farmzuchten?

Ehemalige Nachzuchtfarm

Ehemalige Nachzuchtfarm in Marozevo (nahe Mandraka)

Unter Farmzuchten (FZ) versteht man Chamäleons oder andere Reptilien, die auf Nachzucht-Farmen speziell für den Export aus Madagaskar gezüchtet wurden. Die Elterntiere werden der Natur entnommen, im besten Fall wird später ausschließlich mit Nachzuchttieren weitergezüchtet. In der Realität sieht es auf Madagaskar so aus, dass es momentan unseres Wissens nach überhaupt keine funktionierende Nachzuchtfarm mehr gibt. Daher handelt es sich bei als Farmzuchten deklarierten Chamäleons aus Madagaskar mit hoher Wahrscheinlichkeit um illegale Wildfänge.

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