Calumma linotum

Calumma linotum im Montagne d'Ambre 2017
Calumma linotum
Calumma linotum
Calumma linotum
Calumma linotum
Calumma linotum
Calumma linotum
Calumma linotum
Calumma linotum
Calumma linotum, Montagne d'Ambre, 2019
Calumma linotum, Montagne d'Ambre, 2019
Calumma linotum, Montagne d'Ambre, 2019
CITES-Quoten
kein legaler Export möglich

Erstbeschreibung:

(Müller, 1924)

Herkunft des Artnamens:

Der Herpetologe Lorenz Müller, damals Kurator der herpetologischen Abteilung der Zoologischen Staatssammlung München, beschrieb diese Chamäleonart 1924. Müller selbst war nie auf Madagaskar, sondern hatte präparierte Chamäleons der Art für die Staatssammlung bekommen. Leider verriet er in seiner Erstbeschreibung nicht, weshalb er den Artnamen wählte.

Als KML-Datei für Google Earth/Goolge Maps exportierenStandalone-Karte im Vollbild-Modus öffnenQR Code-Bild für Standalone-Vollbild-Kartenlink erstellenAls GeoJSON exportierenAls GeoJSON exportierenAls ARML für Wikitude Augmented-Reality Browser exportieren
Calumma linotum

Karte wird geladen - bitte warten...

Montagne d\'Ambre: -12.594774, 49.165878

Verbreitung:

Calumma linotum bewohnt die Waldgebiete des Nordens. Dabei sind bisher als Habitate lediglich der kühle Montagne d’Ambre-Nationalpark sowie die etwas südlicher gelegenere Gegend von Andampy bekannt. Im Montagne d’Ambre kann man Tiere bereits rund um den Campground in Kopfhöhe zahlreich finden. Hat man ein Tier gefunden, findet man das gegengeschlechtliche Chamäleon dazu meist in weniger als zwei, drei Meter Umkreis.

Aussehen und Größe:

Mit einer Gesamtlänge von 13 cm bei den Männchen und nur 10 bis 11 cm bei Weibchen gehört diese Art zu den kleinen Chamäleons. Sie hat einen ausgeprägten, weichen, blattförmigen Nasenfortsatz, der bei den Männchen deutlicher ausgeprägt und charakteristisch leuchtend blau gefärbt ist. Die Farben sind braun-grau bis beige, manchmal mit einem hellen Lateralstreifen bis zum Schwanzansatz und hellem Kehlsack oder hellen Lippen, und oft mit dunkler Querbinde auf den Augenlidern. Durch die großen, blau-türkis gefärbten Schuppen können Arme und Beine von Weitem blau scheinen. Der Helm ist sehr flach, kaum höher als der Rücken, und trägt schmale Occipitallappen. Der Rücken trägt in regelmäßigen, größeren Abständen vergrößerte Kegelschuppen statt einem ganzen „Kamm“. Gestresste Tiere zeigen dunkle Abzeichen vor allem am Schwanz.

Fortpflanzung:

In den Monaten Januar bis März ist Schlupfzeit, und besonders in den Nadelbäumen des Montagne d’Ambre sind die Schlüpflinge in großer Zahl zu finden.

Besonderheiten:

Calumma linotum galt lange als Synonym für Calumma boettgeri, da in den wissenschaftlichen Sammlungen lediglich ein einziges Tier mit dem ungenauen Fundort „Madagaskar“ existierte. Genetische Untersuchungen von Prötzel et al stellten jedoch 2015 fest, dass es sich bei den kleinen Nasenträgern im Montagne d’Ambre gar nicht um Calumma boettgeri handelt. Die Tiere haben größere Tuberkelschuppen auf den Armen, Beinen und auf der Nase und einen (nicht durchgehenden) Rückenkamm, der bei C. boettgeri nicht ausgebildet ist. Die Männchen haben eine leuchtend blaue Nase, was bei C. boettgeri nicht vorkommt – und zuletzt kommen die beiden Arten, soweit man bisher weiß, nicht in den gleichen Regionen Madagaskars vor.

Calumma linotum hat ein recht einzigartiges Abwehrverhalten: Versucht man sie auf einem Ast anzufassen, kugeln sie sich zusammen und lassen sich fallen.

 

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Durchschnittl. Temperatur 23 23 24 23 22 21 20 20 21 22 23 23
Minimale Temperatur 19 19 19 19 18 16 15 15 16 17 18 19
Maximale Temperatur 28 28 28 28 27 26 25 25 26 27 28 28
Regentage 20 20 17 9 6 6 7 6 5 6 7 14

Die angegebenen Daten wurden von uns innerhalb mehrerer Jahre mit Thermo- und Hygrometern direkt an den Fundorten der Tiere gemessen und zusammengetragen. "Durchschnittliche Temperatur" bedeutet, dass die Werte eines gesamten Monats zu einem Durchschnittswert berechnet wurden, z.B. wurden alle gemessenen Minimalwerte eines Monats zu einem durchschnittlichen Minimalwert für Februar berechnet. Das bedeutet im Klartext, dass einzelne Spitzenwerte eines Tages deutlich höher oder niedriger als die durchschnittlichen Minimal- und Maximalwerte liegen können. Es ist also möglich, dass zwar das durchschnittliche Maximum bei 29 Grad liegt, es aber an einigen Tagen des Monats 33°C oder gar 35°C warm war.

Der Montagne d'Ambre ist ein immergrüner Regenwald, der sich über ein Bergmassiv vulkanischen Ursprungs in Höhen zwischen 850 und 1450 m ausbreitet. Durch die Höhe wird es hier nachts empfindlich kalt mit Temperaturstürzen bis auf 10°C.

Während der Regenzeit wird es tagsüber bis zu 28°C warm, an Sonnenflecken auch etwas wärmer. Die Durschnittstemperatur liegt allerdings etwas niedriger. Während der Regenzeit schüttet es mehrfach täglich, und auch mal ganze Tage durch. Typisch Regenwald eben 😉 . Aber auch in der Trockenzeit regnet es regelmäßig, wenn auch kürzer und eher in kleinen Schauern. Das Klima im Montagne d'Ambre ist daher das ganze Jahr über feucht. Während der Trockenzeit bleiben die Temperaturen vor allem tagsüber etwas niedriger mit bis zu 25°C.

2016 UVI Montagne d'Ambre

Die UVB-Daten wurden mit einem Solarmeter 6.5 im Frühjahr (Ende April) zur höchsten Aktivitätszeit der Chamäleons gemessen. Gemessen wurden jeweils maximal für das Chamäleon zu erreichende Werte im Habitat.

Leider sind noch keine Bodentemperaturen für den Montagne d'Ambre verfügbar.

Habitat:

Die folgenden Fotos zeigen Ausschnitte aus dem Habitat von Calumma linotum im Montagne d’Ambre. Der Montagne d’Ambre ist ein beeindruckender Regenwald voller Urwaldriesen, in denen riesige, meterbreite Nestfarne thronen. Alles ist voller Lianen, Moose und Flechten, das Unterholz ist dicht und üppig. Alles grünt und blüht, und fast alles ist ständig feucht. Calumma linotum ist meist auf sehr dünnen Ästchen in Gebüschen und Sträuchern unterwegs, oder auf den Ästchen dünner, aber reich beblätterter Bäumchen.

Im Folgenden findest du einige 360°-Bilder aus dem Montagne d’Ambre. Mit der Maus kann man sich darin in alle Richtungen drehen. Wenn man auf das Theta-Logo klickt, öffnen sich die Bilder in vergrößerter Ansicht in einem eigenen Fenster. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Bilder im Vollbildmodus auszuführen. Viel Spaß beim Anschauen!

Regenwald im Nationalpark Montagne d’Ambre, Region Diana, Nord-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA

Regenwald im Nationalpark Montagne d’Ambre, Region Diana, Nord-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA

Regenwald im Nationalpark Montagne d’Ambre, Region Diana, Nord-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA

Regenwald im Nationalpark Montagne d’Ambre, Region Diana, Nord-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA

Regenwald im Nationalpark Montagne d’Ambre, Region Diana, Nord-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA

Digiprove sealCopyright secured by Digiprove