Kot und Urat

Kotabsatz Furcifer rhinoceratus 2016, Ankarafantsika
Kotabsatz Calumma gallus, Vohimana 2016
Kotabsatz Brookesia tuberculata
Kotabsatz Furcifer pardalis, Ambilobe,
Kotabsatz Brookesia stumpffi, Ankify

Kot und Urat

Im Gegensatz zu Mensch, Hund, Katze und anderen Säugetieren setzen Chamäleons keinen flüssigen Urin ab. Sie produzieren stattdessen sogenannten Urat, der aus den Salzen der Harnsäure besteht. Urat ist eine weiß bis beigefarbene, cremige Masse. Manchmal ist sie etwas gelblich oder orange verfärbt.

Der Kot von Chamäleons ist dunkelbraun, länglich geformt und weich, er kann mit den Fingern leicht eingedrückt werden. Liegt der Kot schon etwas länger auf dem Boden, trocknet er aus und wird relativ hart und fest.

Kotabsatz Furcifer petteri, 2013 im Montagne d'Ambre

Ein Weibchen der Art Furcifer petteri beim Absetzen von Kot und Urat

Chamäleons haben eine Kloake, in die sowohl Enddarm als auch Harnleiter münden. Es gibt nicht wie bei Säugetieren „zwei getrennte Ausgänge“. Dadurch werden Kot und Urat bei Chamäleons hin der Regel zusammen aus der Kloake abgegeben. Ein zusätzlicher, transparent-schleimiger Anteil kann ebenfalls dabei sein und ist kein Grund zur Sorge.

Die Häufigkeit des Kotabsatzes bei Chamäleons richtet sich vor allem nach der Umgebungstemperatur, Aktivität und Futtermenge. Die Darmpassage von Reptilien  dauert stets mehrere Tage, es ist also bei adulten Chamäleons nicht mit täglichem Kot- und Uratabsatz zu rechnen. Jüngere Chamäleons setzen durch die höhere Futteraufnahme häufiger Kot ab als ältere.

 

So sollte Kot nicht aussehen

Durchfall erkennt man beim Chamäleon wie bei anderen Tierarten an Kot, der nicht mehr geformt ist, sondern breiig bis wässrig aus der Kloake tropft. Häufig ist die Kloake bereits kotverschmiert, bei einem gesunden Chamäleon sollte sie sauber und frei von Kotanhaftungen sein. Manchmal kann man schwer verdauliche Insektenteile im Kot finden. Diese Insektenteile sollten nicht den Hauptanteil des Kots ausmachen – besteht der Kot quasi nur aus „zusammen gedrückten Insekten“, gibt es offenbar ein Problem mit der Verdauung.

Blut gehört niemals in den Kot eines gesunden Chamäleons. Frisches Blut kann man als hellrote Schlieren leicht erkennen, bei geronnenem und damit schwarz verfärbten Blut wird es schon etwas schwieriger. Normaler Chamäleonkot riecht nicht besonders stark – auch stark übel riechender Kot ist Anlass zur Sorge.

 

Kotuntersuchungen

Wichtigste Vorsorge für ein parasitenfreies Chamäleon sind die Quarantäne beim Einzug des Tieres sowie regelmäßige Kotproben zwecks parasitologischer Untersuchung. Insbesondere bei Wildfängen ist immer mit Parasitenbefall zu rechnen. Die meisten Parasitenstadien sind im Kot der Tiere unter dem Mikroskop nachweisbar, aber mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Daher macht es Sinn, regelmäßig Kotproben des Chamäleons beim reptilienkundigen Tierarzt abzugeben und untersuchen zu lassen. Abgegeben wird möglichst frischer, noch feuchter Kot in einem dichten Plastik-Behältnis. Geeignete Kotröhrchen kann man in der Regel beim reptilienkundigen Tierarzt erhalten. In dringenden Fällen kann der Tierarzt auch eine Kloakenspülprobe vom Chamäleon nehmen, um diese auf Parasiten zu untersuchen.

Wichtig:

Wurde nichts im Kot gefunden, bedeutet das nicht automatisch, dass das Chamäleon frei von Parasiten ist!

Kot, Urat und Sammelröhrchen

Viele Parasitenstadien werden nicht ständig über den Kot ausgeschieden. Selbst ein Chamäleon, das im Darm einen hochgradigen Parasitenbefall hat, kann zeitweise Kot ausscheiden, in dem kein einziger Parasit nachweisbar ist. Eine einzige Kotprobe reicht also nicht aus: Zu einer sinnvollen Vorsorge gehören zwei bis vier Kotproben pro Jahr – auch bei Tieren, die schon einmal gegen Parasiten behandelt wurden oder eine Quarantäne absolviert haben. Wer einen größeren Bestand hat, kann pro Raum jeweils eine Sammelkotprobe abgeben. Chamäleons, die auf nahem Raum beieinander gehalten werden, mit gleichen Futterutensilien gefüttert, mit gleichen Sprühflaschen versorgt werden und bei denen der Halter nacheinander in mehreren Terrarien hantiert, haben meist auch alle die gleichen Parasiten.

Werden Kotproben per Post an einen Tierarzt oder ein Labor versandt, sollte man diese unbedingt als Päckchen verpacken. Es gibt leider zahlreiche Fälle, in denen ein kleines Kotröhrchen im gepolsterten Briefumschlag von der Frankiermaschine beschädigt wurde. Das ist nicht nur für den Halter ärgerlich, der dann eine neue Kotprobe einschicken muss, sondern auch für denjenigen, der den mit Kot verschmierten Umschlag bekommt.

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