Calumma roaloko

Calumma roaloko male 2019 (2)
Calumma roaloko male 2019 (3)
Calumma roaloko female 2019 (3)
Calumma roaloko male 2019 (4)
Calumma roaloko female 2019 (2)
Calumma roaloko male 2019 (1)
Calumma roaloko female 2019 (1)
CITES-Quoten
kein legaler Export möglich

Erstbeschreibung:

Prötzel, Lambert, Andrianasolo, Hutter, Cobb, Scherz und Glaw, 2018

Herkunft des Artnamens:

David Prötzel, Mark D. Scherz und Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung München, Shea M. Lambert von der Universtiät von Arizona, Tucson (USA), Finah Tsiorisoa Andrianasolo von der Universität von Antananarivo (Madagaskar), Carl R. Hutter von der Universität von Kansas, Lawrence (USA) und Kerry A. Cobb von der Universität von Auburn, Auburn (USA) benannten diese Chamäleonart nach ihrem Aussehen. Roaloko ist Madagassisch für „zwei Farben“, was das zweigeteilte Aussehen der Art beschreibt.

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Calumma roaloko

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Vohidrazana: -18.977078, 48.517513

Verbreitung:

Diese erst kürzlich neu beschriebene Chamäleonart ist bisher ausschließlich von einem kleinen Streifen Regenwald nahe Vohidrazana im zentralen Osten Madagaskars bekannt. Das kleine Waldgebiet gehört zum Regenwaldkorridor von Ankeniheny-Zahamena und ist leider trotz Schutzbemühungen sehr stark von Abholzung und Brandrodung bedroht. Vohidrazana ist etwas abgelegen und es bedarf einige Stunden eines strammen Fußmarsches bergauf auf schmalen Pfaden, um von der Route nationale 2 aus Richtung Andasibe dorthin zu kommen. Entsprechend selten wird der Wald bisher von Reisenden besucht.

Aussehen und Größe:

Das Hauptmerkmal der Art ist die Größe: Mit gerade mal maximal 9,4 cm Gesamtlänge von der Nasen- bis zur Schwanzspitze ist Calumma roaloko das kleinste Chamäleon der Gattung Calumma. Genauso auffällig ist die optisch zweigeteilte Beschuppung: Bei den Männchen ist die obere Körperhälfte strahlend grün, die untere dagegen gräulich-weiß bis beige. Auch die Weibchen der Art sind zweifarbig, allerdings in gedeckteren Braun- und Beigetönen. Dafür kann bei den Weibchen die Nase gelb sein.

Bei beiden Geschlechtern verläuft ein weißer Streifen über die gesamte Oberlippe bis zu den kleinen Okzipitallappen, die sich an den flachen Helm anschließen und in der Mitte eine kleine Einkerbung zeigen. Beide tragen außerdem einen dunklen Streifen, der quer über die Augenlider verläuft, und einen biegsamen, weichen Nasenfortsatz. Bei den Männchen ist er etwas stärker ausgeprägt als bei den Weibchen. Der Rückenkamm ist auf maximal zwei kleine Kegelschuppen im vorderen Bereich reduziert, bei vielen Individuen überhaupt nicht vorhanden.

Besonderheiten:

Die Art wurde früher zu Calumma nasutum gezählt. Wie seit einigen Jahren bekannt ist, verstecken sich unter diesem Artnamen noch eine ganze Reihe teils unbeschriebener Arten aus kleinsten Gebieten Madagaskars.

 

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Durchschnittl. Temperatur 23 24 23 23 22 19 19 19 20 21 22 23
Minimale Temperatur 20 20 20 19 18 15 15 15 15 16 18 19
Maximale Temperatur 27 27 27 27 25 23 23 23 24 25 26 27
Regentage 27 24 19 17 18 21 20 15 16 20 25

Die angegebenen Daten wurden von uns innerhalb mehrerer Jahre mit Thermo- und Hygrometern direkt an den Fundorten der Tiere gemessen und zusammengetragen. "Durchschnittliche Temperatur" bedeutet, dass die Werte eines gesamten Monats zu einem Durchschnittswert berechnet wurden, z.B. wurden alle gemessenen Minimalwerte eines Monats zu einem durchschnittlichen Minimalwert für Februar berechnet. Das bedeutet im Klartext, dass einzelne Spitzenwerte eines Tages deutlich höher oder niedriger als die durchschnittlichen Minimal- und Maximalwerte liegen können. Es ist also möglich, dass zwar das durchschnittliche Maximum bei 29 Grad liegt, es aber an einigen Tagen des Monats 33°C oder gar 35°C warm war.

Die Region um Andasibe mit den dazugehörigen Wäldern Mantadia und Analamazaotra liegen im östlichen Hochland Madagaskars auf Höhen zwiscen 900 und 1250 m über Meeresniveau. Es wird deshalb tagsüber zwar mal über 25°C warm, über die 30°-Grenze klettert das Thermometer aber eher selten oder nur in Sonnenflecken. Nachts fallen die Temperaturen immer tief in den Keller. 10° bis 15° Grad sind die Regel.

Die Luftfeuchtigkeit in den Regenwäldern um Andasibe ist das ganze Jahr über hoch. Während der Regenzeit regnet es täglich ausgiebig, manchmal hält der Regen über Tage an. Aber auch die Trockenzeit unterscheidet sich nicht massiv, außer dass sie etwas kühlere Temperaturen aufweist. Es regnet trotzdem mindestens jeden zweiten Tag, eher öfter. Regen, hohe Luftfeuchtigkeit und nächtlicher Temperatursturz sind daher die zentralen Punkte im Klima Andasibes.

2014 UVI Andasibe 2016 UVI Andasibe

Die UVB-Daten wurden mit einem Solarmeter 6.5 im Frühjahr (März, April) zur höchsten Aktivitätszeit der Chamäleons gemessen. Gemessen wurden jeweils maximal für das Chamäleon zu erreichende Werte im Habitat.

Leider sind noch keine Bodentemperaturen für die Region Andasibe verfügbar.

Habitat:

Die folgenden Fotos zeigen Ausschnitte aus dem Habitat von Calumma roaloko in der Region um Vohidrazana. Die Art bevorzugt sehr strauchige Büsche und sehr dichtes, bemoostes Geäst. Vermutlich sind die Tiere auf Grund ihrer Größe und Wendigkeit in solch dichten Habitaten für Prädatoren schwieriger zu erhaschen.

Im Folgenden findest du einige 360°-Bilder aus der Region um Vohidrazana. Mit der Maus kann man sich darin in alle Richtungen drehen. Wenn man auf das Theta-Logo klickt, öffnen sich die Bilder in vergrößerter Ansicht in einem eigenen Fenster. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Bilder im Vollbildmodus auszuführen. Viel Spaß beim Anschauen!

Regenwald im Schutzgebiet Maromizaha, Region Alaotra-Mangoro, östliches Hochland, Madagaskar, April 2018 – Spherical Image – RICOH THETA

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