Inkubationsdaten

Eier Gelege Inkubation

Wer Chamäleons gezielt züchten will, kommt um die Inkubation der Eier unter kontrollierten Bedingungen meistens nicht herum. Bei vielen weniger häufig gehaltenen Arten stellt sich jedoch die Frage, wie genau man inkubieren soll? Generell empfehlen wir, sich an den Bodentemperaturen des Lebensraums der jeweiligen Art zu orientieren. Zu finden sind Temperaturen dazu unter den jeweiligen Art-Seiten unter der Rubrik Arten & Habitatsdaten. Wir haben alle Arten, für die wir Bodentemperaturen gemessen haben, in den folgenden Tabellen mit entsprechendem Hinweis versehen. Es gibt aber nicht für alle Lebensräume schon Messungen zu Bodentemperaturen. Daher haben wir hier eine Sammlung von Literaturstellen zusammengetragen, die sich mit der Inkubation madagassischer Chamäleon-Eier beschäftigen. Die Daten sind nach Gattungen und alphabetisch sortiert. Weitere Informationen zu Inkubationssubstraten, Inkubatoren und Behältern finden sich auf dieser Seite.

Brookesia

Erdchamäleons aus Madagaskar sind leider dank ihrer recht unscheinbaren Färbung und der geringen Größe nicht besonders stark in der Terraristik vertreten. Nichtsdestotrotz gibt es schon länger Nachzuchterfolge bei einigen Arten.

Art Inkubationsdauer Temperatur Quelle
Brookesia stumpffi, Montagne d'Ambre, 2019

Brookesia stumpffi

50-60 Tage 18-22°C Schmidt, Henkel und Böhme (1989): Zur Haltung und Fortpflanzungsbiologie von Brookesia stumpffi. Salamandra 25 (1): 14-20.
45-50 Tage 20-21°C Brygoo (1978): Reptiles Sauriens Chamaeleonidae, genre Brookesia et complement pour le genre Chamaeleo. Faune de Madagascar 47: 1-174.
67-68 Tage 23°C Raxworthy (1991): Field observations on some dwarf chameleons (Brookesia spp.) from rainforest areas of Madagascar, with the description of a new species. Journal of Zoology 224: 11-25.
60 Tage 20-21°C Schmidt (1993): Minisaurier aus dem Regenwald. Aqua Geographica 1(3): 62-69.

Brookesia superciliaris

68 Tage 27°C tagsüber
15°C nachts
Lippe (1994): Wieder eine gelungene Nachzucht eines Erdchamäleons (Brookesia superciliaris). Chamäleo 12: 3-4.
Brookesia thieli in Ranomafana 2018Brookesia thieli 103-118 Tage 22°C tagsüber
15°C nachts
Flamme (2005): Haltung und Nachzucht von Brookesia thieli. Chamäleo 31: 37-43.
51-60 Tage 23°C tagsüber
18°C nachts
Flamme (2005): Haltung und Nachzucht von Brookesia thieli. Chamäleo 31: 37-43.

 

 

Calumma

Die meisten Calumma-Arten benötigen eine sogenannte Diapause. Als Diapause bezeichnet man bei Chamäleons eine kühlere Phase, während der die Entwicklung im Ei fast stagniert. Die kühle Phase findet auf Madagaskar während der Trockenzeit zwischen April und Oktober statt. Sie überbrückt die Zeit bis zur Regenzeit ab Oktober, in der die schlüpfenden Jungtiere wesentlich bessere Startbedingungen haben. Außerdem sorgt sie für eine bessere Schlupfsynchronisation: Das bedeutet, dass möglichst alle Jungtiere eines Geleges zeitnah zueinander schlüpfen. Für einige Chamäleon-Arten sind Diapausen in der Inkubation sehr wichtig für Schlupferfolg und gesunde Jungtiere. Wie kühl es in der Diapause wird, hängt von der Herkunft der Chamäleonart ab.

 

Art Inkubationsdauer  Wärmephase Diapause Ablauf Quelle
Calumma globifer

Calumma globifer

540 Tage 20-22°C 16°C 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
2. Diapause
3. Wärmephase
Weiß (2005): Chamäleons die unbekannten Wesen; Vorstellung von Calumma globiferum. Chamäleo 31: 22-23.

Calumma parsonii cristifer

395 Tage 21°C, maximal 23°C 17°C 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
2. Diapause
3. Wärmephase
Kalisch (1998): The care and breeding of C. parsonii cristifer. Chameleon information network 27: 15-17.
390-420 Tage 22°C 21-28 Tage
bei 13-14°C
1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
Augustin (2021): Nachzucht von Calumma parsonii . Chamäleo 48: 78-88.

Calumma parsonii parsonii

 

537-781 Tage 28 Tage bei 20°C,
28 Tage 24°C,
dann 1. Diapause,
alle weiteren Wärmephasen 24°C
je 28 Tage
bei 13-14°C
1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
2. Diapause
3. Wärmephase
eigene Erfahrungen
546 Tage 28 Tage bei 22°C, dann 1. Diapause, alle weiteren Wärmephasen 23-24°C je 21-28 Tage
bei 13-14°C
Augustin (2011): Eine Inkubationsmethode für Eier von Calumma parsonii (hier der Variante „orange eye“). Chamäleo 42: 8-12.
90 Tage bei 24°C in 1. Wärmephase,
ab 2. Wärmephase 23°C
je 90 Tage bei 18°C Kalisch (1994): Chameleon profile Parson’s chameleon. Chameleon information network 12: 10- 18.
600 Tage 21-24°C tagsüber, 18-20°C nachts je  drei Monate bei 18-19°C tagsüber und 13-16°C nachts Tröger (1997): Remarks about the long-term captive care and first steps towards captive breeding of Calumma parsonii. Chameleon information network 25: 29-36.
480-600 Tage 22°C je 21-28 Tage
lang 13-14°C
Augustin (2021): Nachzucht von Calumma parsonii . Chamäleo 48: 78-88

 

Furcifer

Auch bei der Gattung Furcifer gibt es einige Arten, die von einer kühleren Phase profitieren. Es ist jedoch nicht bei allen Arten zur erfolgreichen Inkubation notwendig. Entsprechend gibt es sogar bei manchen Arten Inkubationen sowohl mit als auch ohne Diapause. Die Arten, bei denen in der Spalte „Ablauf“ lediglich „entfällt“ steht, werden bei den Temperaturen unter „Wärmephase“ durchgehend ohne kühleren Zeitraum inkubiert.

 

Art Inkubationsdauer Wärmephase Diapause Ablauf Quelle

Furcifer angeli

Für den Lebensraum dieser Art sind Bodentemperaturen hier verfügbar.
Furcifer antimena male

Furcifer antimena

360 Tage 27-30°C entfällt

Schmidt (1992): Über die erstmalig gelungene Nachzucht von Furcifer campani, sowie eine Zusammenstellung einiger Ei-Zeitigungsdaten von verschiedenen Chamäleon-Arten in Tabellenform. Sauria 14 (3): 21-23.

Furcifer balteatus male

Furcifer balteatus

22°C 17°C 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
Althaus, Weiß (2009): Vorstellung von Furcifer balteatus. Chamäleo 29: 19-21. 
Furcifer campani neuer Fundort

Furcifer campani

228-236 Tage 45 Tage bei 26°C 45 Tage
bei 10-15°C
1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
Schmidt (1992): Über die erstmalig gelungene Nachzucht von Furcifer campani, sowie eine Zusammenstellung einiger Ei-Zeitigungsdaten von verschiedenen Chamäleon-Arten in Tabellenform. Sauria 14 (3): 21-23.
Furcifer lateralis

Furcifer lateralis

210 Tage 70 Tage bei 22°C in 1. Wärmephase, 24°C in 2. Wärmephase 70 Tage
bei 14°C
1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
eigene Erfahrungen
207-209 Tage 42 Tage bei 25°C in 1. Wärmephase, 70 Tage bei 25-27°C in 2. Wärmephase, 73-75 Tage bei 25-27°C in 3. Wärmephase 87 Tage bei 11-13°C in 1. Diapause, 88 Tage bei 17-20°C in 2. Diapause 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
2. Diapause
3. Wärmephase
Schwarz (2008): Furcifer lateralis  – Das Teppichchamäleon: Pflege und Nachzucht. Chamäleo 37: 34-38.
220 Tage 31 Tage bei 25°C in 1. Wärmephase, 25-27°C in 2. Wärmephase 100 Tage bei 18°C 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
Schwarz (2008): Furcifer lateralis  – Das Teppichchamäleon: Pflege und Nachzucht. Chamäleo 37: 34-38.
185 Tage 45 Tage bei 25°C in 1. Wärmephase, 25-27°C in 2. Wärmephase 40 Tage bei 10-15°C 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
Schmidt (2001): Haltung und Zucht von Furcifer lateralis in mehreren Generationen. Chamäleo 22: 9-10.  
154-378 Tage 45 Tage bei 26-28°, dann 76 Tage bei 25-28°C in 1. Wärmephase,  26-28°C in 3. Wärmephase 45 Tage 10-15°C, dann 45 Tage bei 10-18°C 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
2. Diapause
3. Wärmephase
Schmidt (1992): Über die erstmalig gelungene Nachzucht von Furcifer campani, sowie eine Zusammenstellung einiger Ei-Zeitigungsdaten von verschiedenen Chamäleon-Arten in Tabellenform. Sauria 14 (3): 21-23.
154-249 Tage 30 Tage > 20°C in 1. Wärmephase, 25-30°C in 2. Wärmephase mindestens 25 Tage bei 8-10°C 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
Schmidt (1985): Chamaeleo lateralis. Beilage zu Sauria 7 (4): 25-26.

Furcifer major
190 Tage je 45 Tage
bei 24-25°C
45 Tage
bei 12-16°C
1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
Böhle (1998): Einige Anmerkungen zu Furcifer lateralis „major“. Chamäleo 20: 8-9.
je 45 Tage
bei 26-28°C
45 Tage bei 12-18°C Henkel, Heinecke (1993): Chamäleons im Terrarium. Landbuch-Verlag, 1. Auflage.
45 Tage bei 25°C in 1. Wärmephase,
25-28°C in 2. Wärmephase
40 Tage 10-15°C Necas (1995): Chamäleons: Bunte Juwelen der Natur. Edition Chimaira, 1. Auflage. 

45 Tage bei 22°C in 1. Wärmephase,
25-26°C in 2. Wärmephase

45 Tage 14-18°C Rutsch (2006): Erste eigene Erfahrungen mit der großen Form von Furcifer lateralis. Chamäleo 33: 13-14.
Furcifer minor aus dem Fundort nahe RN7 2018
Furcifer minor
210-251 Tage 70 Tage bei 22°C in 1. Wärmephase,  24°C in 2. Wärmephase 70 Tage bei 14°C 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
eigene Erfahrung
240 Tage 48 Tage bei 22°C tagsüber,
18°C nachts in 1. Wärmephase, 24°C in 2. Wärmephase
61 Tage bei 13-16°C, tageweise < 10 °C Althaus (2008): Erste Erfahrungen zur Haltung und Nachzucht von Furcifer minor. Chamäleo 37: 34-38.
Furcifer oustaleti in Kirindy 2017

Furcifer oustaleti

274 Tage 28°C entfällt Schmidt (1992): Über die erstmalig gelungene Nachzucht von Furcifer campani, sowie eine Zusammenstellung einiger Ei-Zeitigungsdaten von verschiedenen Chamäleon-Arten in Tabellenform. Sauria 14 (3): 21-23.
243-365 Tage 24-27°C tagsüber,
14-17°C nachts
entfällt Smith, Abate (1999): Chameleon Profile, Oustalet’s Chameleon. Chameleon information network 32: 19-25.

Furcifer pardalis

200-210 Tage je nach Lokalform

70 Tage bei 25°C in 1. Wärmephase, gleiche Temperatur in 2. Wärmephase

28 Tage bei 17°C 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
eigene Erfahrungen
26°C entfällt
159-390 Tage 25-28°C entfällt Ferguson, Murphy, Raselimanana, Ramanamanjato, Annis (1994): Chameleon Profile, The Panther Chameleon. Chameleon information network 11: 11-20.
180-365 Tage 20-24°C
159-365 Tage 26-28°C entfällt Schmidt (1992): Über die erstmalig gelungene Nachzucht von Furcifer campani, sowie eine Zusammenstellung einiger Ei-Zeitigungsdaten von verschiedenen Chamäleon-Arten in Tabellenform. Sauria 14 (3): 21-23.
213-243 Tage 75 Tage bei 26°C  in 1. Wärmephase, gleiche Temperatur in 2. Wärmephase 60 Tage bei 23°C 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
Eckhardt (2018): Triplet from a single egg in the panther chameleon (Furcifer pardalis). Herpetology Notes 11: 777-779.
Furcifer rhinoceratus in Ankarafantsika 2017

Furcifer rhinoceratus

Für den Lebensraum dieser Art sind Bodentemperaturen hier verfügbar.

Furcifer verrucosus
280 Tage 26-28°C tagsüber,
21-23°C nachts
entfällt Schneider, Lutzmann (2002): Das Warzenchamäleon Furcifer verrucosus. Chamäleo 25: 20-22.
300 Tage 26-28°C tagsüber,
21-23°C nachts
entfällt Schneider, Lutzmann (2002): Das Warzenchamäleon Furcifer verrucosus. Chamäleo 25: 20-22.
365 Tage 26°C tagsüber,
24 °C nachts in 1. Wärmephase und 25-28°C tagsüber,
18-23°C nachts in 2. Wärmephase
10-15°C über 3 Monate 1. Wärmephase
1. Diapause
2. Wärmephase
Starke-Huber (2007): Haltung und Zucht von Furcifer verrucosus (Warzenchamäleon). Chamäleo 35: 31-33.
280 Tage 23-25°C tagsüber,
15-20°C nachts
entfällt Abate, Kalisch (1995): Chameleon Profile, Chameleo verrucosus. Chameleon information network 15: 17-24.

 

Wenn Du weitere interessante Literaturstellen zu Inkubationsbedingungen kennst oder eigene Erfahrungen veröffentlichen möchtest, kontaktiere uns einfach. Aufgenommen in die Übersicht werden ausschließlich solche Inkubationsdaten, bei denen überlebensfähige Jungtiere geschlüpft sind.

 

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